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Bibliographische Angaben zur Publikation

Menschen mit Behinderung einen gleichwertigen Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglichen - Chancen und Bedarfe erkennen, Beratungsstrukturen verbessern

Entschließungsantrag der Fraktion der CDU, der Fraktion der SPD, der Fraktion der FDP und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zu dem Antrag Inklusion in den Arbeitsmarkt im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention weiterentwickeln - Gleichwertigen Zugang ermöglichen



Sammelwerk / Reihe:

Landtag Nordrhein-Westfalen - Drucksachen, Band 17/12853, 02.03.2021


Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Landtag Nordrhein-Westfalen


Quelle:

Düsseldorf: Eigenverlag, 2021, 4 Seiten: PDF


Jahr:

2021



Link(s):


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Abstract:


Ausgangslage:

Der Bericht der Monitoringstelle des Deutschen Instituts für Menschenrechte zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen1 bescheinigt, dass es - trotz der guten Entwicklungen - auch in NRW noch erhebliches Verbesserungspotenzial gibt, um den gleichberechtigten Zugang zum Allgemeinen Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung gemäß Artikel 27 UN-BRK zu gewährleisten.

Denn schon zum Zeitpunkt vor der Corona-Krise, als die Arbeitslosenzahlen auf einem überaus niedrigen Stand waren, spiegelte sich diese hohe Beschäftigungsquote nicht bei Menschen mit Behinderung wider (vgl. Drs. 17/6736). Es ist zu erwarten, dass sich die schlechtere Beschäftigungsquote bei Menschen mit körperlichen, psychischen oder weiteren Beeinträchtigungen durch die Corona-Krise weiter verschärft. Hier gilt es, möglichst schnell bereits bekannte und durch die Krise neu aufkommende Hürden, die den Zugang in den Allgemeinen Arbeitsmarkt erschweren, zu erkennen und zu beseitigen, um einen gleichberechtigten Zugang anzustreben.

Beispielhaft für die Entwicklung während der Corona-Krise seien auf den Bericht der Landesregierung 'Corona-Epidemie: Situation der Inklusionsunternehmen in NRW" (Vorl. 17/3337) sowie auf die gemeinsamen Umfragen, bei der die Handwerkskammer Münster, die FAF (Fachberatung für Arbeits- und Firmenprojekte) Köln und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Inklusionsfirmen (bag if) beteiligt waren, über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Inklusionsbetriebe für beide Landschaftsverbände hingewiesen.

Die Ergebnisse zeigen, dass zum Zeitpunkt der Umfragen im Mai 2020 bereits 53 Prozent der Inklusionsunternehmen im Landschaftsverband Rheinland (LVR) 2 und 50 Prozent im Landschaftsverband WestfalenLippe (LWL) 3 von einer Betriebsschließung oder massiven Angebotsreduzierung während der Coronazeit betroffen waren.

Um diesen Trend zu stoppen, wurde ein gezieltes Förderprogramm aufgelegt. So stellt das Land eine aus Landesmitteln finanzierte Liquiditätshilfe zur Verfügung. Inklusionsbetriebe, die in Folge der Corona-Pandemie unverschuldet in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind, können nicht rückzahlbare Zuschüsse von bis zu 75.000 Euro erhalten. Für die Betriebe, die bisher keine der Soforthilfen des Bundes in Anspruch nehmen konnten, kann dieses Förderprogramm eine Lücke schließen. Die Corona-Hilfe für Inklusionsbetriebe wird im Rahmen des Landesprogramms 'Integration unternehmen!' als Billigkeitsleistung gewährt und in Zusammenarbeit mit den Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe umgesetzt.

Zudem zeigt sich bei sogenannten 'Werkstattwechslerinnen und -wechslern' im Budget für Arbeit die Problematik, dass diese durch fehlende Beitragszahlungen in die Arbeitslosenversicherung keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosenhilfe haben (Vorl. 17/3337). Bisher konnte das Budget in der Krise weitergezahlt werden, aber eine Sicherheit hierfür ist nicht festgeschrieben.

Für die Teilhabe an Arbeit sind insbesondere Überzeugungsarbeit bei Betrieben und einzelfallbezogene Lösungen und Angebote nötig. Bestehende Instrumente, die Arbeitgeber ermutigen, ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachzukommen, ihre Belegschaft um Menschen mit Behinderung zu bereichern, sind ein wichtiger und auch in Zukunft zu unterstützender Schritt.

Der Erfolg bei der Integration von Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt ist jedoch insbesondere stark abhängig von handelnden Personen und existierenden regionalen Netzwerken. Eine wichtige Rolle spielt dabei die vielfältige Beratungslandschaft mit unterschiedlichsten Akteuren, wozu auch die von den Landschaftsverbänden geförderten Fachberater Inklusion, die bei sechs Industrie- und Handelskammern, sechs Handwerkskammern und der Landwirtschaftskammer beschäftigt sind, gehören. Diese beraten Betriebe aus der Perspektive der Arbeitgeber und finden über ihre Netzwerke Zuständigkeiten und Ansprechpartner in den Behörden für die jeweiligen Unternehmen heraus.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Landtag Nordrhein-Westfalen - Parlamentsdatenbank
Homepage: https://www.landtag.nrw.de/home/dokumente_und_recherche/parl...

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Referenznummer:

LTDR0002


Informationsstand: 03.03.2021

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