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Bibliographische Angaben zur Publikation

Methodische Herausforderungen für die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung in KMU

Gut, dass wir mal darüber geredet haben …?!



Autor/in:

Schuller, Katja


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

ASU, 2018, 53. Jahrgang (Ausgabe 12), Seite 790-797, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

2018



Abstract:


Hintergrund:

Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen sind gesetzlich verpflichtet, Arbeit so zu gestalten, dass Gefährdungen für das Leben sowie die physische und psychische Gesundheit vermieden werden (§ 4 ArbSchG). Zur Prüfung, inwieweit Schutzmaßnahmen notwendig sind, müssen Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen die Arbeitsbedingungen beurteilen und dabei Faktoren psychischer Belastung berücksichtigen (§ 5 ArbSchG). Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) setzen die 'Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung' nur unzureichend um, unternehmen jedoch durchaus Anstrengungen, um aktiv Gefährdungen durch psychische Belastung zu erkennen und zu vermeiden.

Methode:

In 17 qualitativen betrieblichen Fallstudien in KMU wurde anhand teilstrukturierter Interviews mit federführenden betrieblichen Akteuren inhaltsanalytisch untersucht, wie diese methodisch vorgingen, um Gefährdungen durch psychische Belastung zu ermitteln und zu beurteilen. Es wurde untersucht, welche Möglichkeiten und Grenzen sich aus diesen methodischen Vorgehensweisen für Prozesse des Erkennens und Vermeidens von Gefährdungen durch psychische Belastung ergaben.

Ergebnisse:

Es zeigte sich, dass in KMU eine ganze Bandbreite methodischer Vorgehensweisen zur Ermittlung und Beurteilung psychischer Belastung eingesetzt wurde. In einigen Fällen verschafften sich betriebliche Akteure mit Mitarbeiterbefragungen einen systematischen quantitativen Überblick über Ausprägungen psychischer Belastung ('messendes/bewertendes Vorgehen'). Häufiger entwickelten sie mit gesprächsbasierten, reflexiven Vorgehensweisen ein Verständnis für Entstehungsbedingungen problematischer Arbeitssituationen, die sie mit psychischer Belastung assoziierten ('verstehendes/ erklärendes Vorgehen'). Teilweise fanden sie Wege, ihr Vorgehen zu dokumentieren. Grenzen methodischer Vorgehensweisen zeigten sich insbesondere, wenn betriebliche Akteure auf eine methodische Orientierung fokussierten.

Schlussfolgerungen:

Die Ergebnisse werden dahingehend diskutiert, wie KMU bei der Weiterentwicklung ihres methodischen Vorgehens der 'aktiven Gefährdungsvermeidung' (auch außerhalb des Arbeitsschutzes) in ein angemessenes Vorgehen zur 'Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung' im Rahmen des Arbeitsschutzes unterstützt werden können. Hierfür werden Empfehlungen abgeleitet.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Methodological challenges in the assessment of risk of psychological stress in SMEs

It’s good that we talked about it ...?!

Abstract:


Background:

Employers are legally obligated to organise the workplace in such a way as to avoid endangering life as well as the physical and psychological health of employees (§ 4 ArbSchG). In order to ascertain to what extent OSH measures are necessary, employers must assess working conditions and duly take into consideration psychosocial risk factors (§ 5 ArbSchG). In particular, small and medium-sized enterprises (SMEs) carry out psychological risk assessment to an insufficient extent, although they still make some effort to actively identify and avoid psychosocial hazards.

Methods:

Seventeen qualitative case studies were conducted in SMEs and the content of semi-structured interviews with senior managers was analysed to ascertain what procedure they used in order to identify and assess risks of psychological stress. The opportunities and limitations arising from these methodological procedures were investigated.

Results:

The results showed that a wide variety of procedures for identifying and assessing psychological stress was used in SMEs. In some cases, managerial staff measured and assessed psychosocial risks quantitatively by using employee surveys and thus gained a systematic overview of critical and uncritical risk parameter values. More frequently, they developed an understanding of problematic work situations that they associated with psychosocial hazards. They did this through methods that helped to explain and understand problems qualitatively (conversation-based, reflexive methods). In some cases, they found ways to document their procedures. The limitations of methodological procedures were seen in particular when managerial staff focused only on one methodological approach.

Conclusion:

The results are discussed with regard to the question of how SMEs can be supported in refining their methodological procedure of 'active risk avoidance' (also beyond OSH) by working towards an appropriate procedure for the 'psychological risk assessment' within the framework of occupational safety and health. Recommendations are derived from the results for this purpose.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0026/0390


Informationsstand: 15.02.2019

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