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Bibliographische Angaben zur Publikation

Interventionen zur Reduktion des sitzenden Verhaltens am Arbeitsplatz

Ein systematischer Review



Autor/in:

Kreis, Lotte; Backe, Eva Maria; Latza, Ute


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

ASU, 2018, 53. Jahrgang (Ausgabe 12), Seite 789-813, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

2018



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Abstract:


Zielstellung:

Sitzendes Verhalten wurde als Risikofaktor unter anderem für die Entstehung kardiovaskulärer Erkrankungen identifiziert. Es gibt zunehmend mehr Arbeitsplätze mit sitzenden Tätigkeiten, weshalb das Setting Betrieb im Fokus präventiver Interventionen steht. Das Review fasst die Evidenzlage unterschiedlicher Interventionsansätze hinsichtlich einer Reduktion der Sitzzeit am Arbeitsplatz bei Menschen mit überwiegend sitzender Tätigkeit auf Basis neuer, nach 2016 publizierter Interventionsstudien zusammen und identifiziert weiteren Forschungsbedarf.

Methoden:

In den Datenbanken Pubmed, PsycInfo und Sportdiskus erfolgte eine systematische Literaturrecherche nach deutsch- und englischsprachigen Publikationen, die zwischen Januar 2016 und Juni 2017 veröffentlicht wurden. Zur Bewertung des Verzerrungsrisikos der Einzelstudien wurde eine modifizierte Version des Risk of Bias Tool herangezogen. Die Evidenz wurde mittels einer Best Evidence Synthesis zusammengefasst.

Ergebnisse:

Insgesamt wurden 17 Studien mit geringer bis moderater Qualität eingeschlossen. Moderate Evidenz liegt für eine Reduktion der objektiv gemessenen Sitzzeit durch Multikomponenten-Interventionen, höhenverstellbare Schreibtische sowie Interventionen, die am Individuum ansetzen, vor. Die Effekte variieren je nach Ansatz zwischen einer Sitzzeitreduktion von 18 bis 99 Minuten pro Arbeitstag. Für Interventionen auf Ebene der Arbeitsorganisation ist die Evidenz unzureichend. Bei Maßnahmen mit dem Ansatzpunkt Individuum zeigen sich häufige kurze Sitzpausen sowie unmittelbares Feedback zum Sitzverhalten als wirksam. Bei höhenverstellbaren Schreibtischen scheint begleitende Ergonomieberatung die Effekte positiv zu beeinflussen.

Schlussfolgerungen:

Die Sitzzeit am Arbeitsplatz kann durch unterschiedliche Interventionsansätze reduziert werden, wenngleich die methodologische Qualität der Studien die Aussagekraft einschränkt. Künftige Studien sollten die Wirksamkeit einzelner Interventionsbestandteile und deren Langzeiteffekte analysieren und dabei die Wechselwirkung zwischen Sitzzeiten in der Freizeit und Arbeitszeit untersuchen.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Intervention to reduce sedentary behaviour in the workplace

A systematic review

Abstract:


Objective:

Sedentary behaviour has been identified as one of the risk factors for the development of cardiovascular disease. The number of jobs with sedentary activities is increasing, which is why the workplace setting is the focus of preventive interventions. The review summarises the evidence provided by different approaches to reducing sitting time at work among people whose jobs are predominantly sedentary on the basis of new intervention studies published after 2016, and identifies further research needs.

Methods:

A systematic literature search for German and English language studies, published between January 2016 and June 2017, was conducted in Pubmed, PsycInfo and Sportdiskus. A modified version of the risk of bias tool was used to assess the risk of distortion in individual studies. The evidence was summarised by means of best evidence synthesis.

Results:

A total of 17 studies of low to moderate quality were included. There is moderate evidence for a reduction in objectively measured sitting time by multicomponent interventions, by height-adjustable desks and by interventions that target the individual. Depending on the approach, the effects vary between a sitting time reduction of 18 to 99 minutes per working day. There is insufficient evidence for interventions at the level of work organisation. Frequent short breaks and direct feedback on sitting behaviour are shown to be effective measures targeted at the individual. In the case of height-adjustable desks, accompanying advice on ergonomics seems to have a positive effect on outcomes.

Conclusions:

Different intervention approaches can reduce sitting time at work, although the methodological quality of the studies limits the validity. Future studies should analyse the effectiveness of single intervention components and their long-term effects as well as the interaction between sitting times whilst at leisure and at work.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0026/0391


Informationsstand: 18.02.2019

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