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Bibliographische Angaben zur Publikation

Integrative Schule im Spannungsfeld von Theorie und Praxis

Das Beispiel Baden-Württemberg



Autor/in:

Rennstich, Carola


Herausgeber/in:

Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. (BSK)


Quelle:

Leben und Weg, 2009, 48. Jahrgang (Ausgabe 3), Seite 18-19, Krautheim/Jagst: Eigenverlag, ISSN: 0724-3820


Jahr:

2009



Abstract:


Carola Rennstich macht anhand des Beispiels Baden-Württemberg das Spannungsfeld von Theorie und Praxis deutlich.

In Deutschland hat jedes Kind einen Rechtsanspruch auf Bildung. Gerade bei Kindern mit einer Behinderung stellt sich oftmals die Frage der angemessenen Schulform. Seit Inkrafttreten der UN-Konvention hat jedes Kind den Rechtsanspruch auf eine inklusive Beschulung.

Helmut Rau, baden-württembergischer Kultusminister, unterstützt diese Forderung. In einer Pressemeldung gab er die Aufhebung der Sonderschulpflicht und die Möglichkeit des Regelschulbesuchs für Kinder mit Behinderung bekannt. Auch für den Bereich der Ausbildung besteht ein Rechtsanspruch.

Die Diskussion um die Veränderung des Bildungssystems findet unabhängig voneinander in mehreren Berichten statt. Zum einen wird über die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund diskutiert. Andererseits geht es um die Veränderungen des dreigliedrigen Schulsystems und um die Integration und Inklusion von Kindern mit Behinderung.

Im Themenheft Stellungnahme der Sonderpädagogischen Förderung in Baden-Württemberg des Landesamts Baden-Württemberg sind die Grundzüge der Sonderpädagogischen Förderung sowie die Fördersysteme und Abschlussmöglichkeiten nachzulesen.

In Baden-Württemberg nahm die Zahl der Sonderschüler zwischen 1960 und dem Schuljahr 1976/77 um mehr als das Vierfache zu. Die Zahl der Schüler an allgemeinen Schulen hingegen nur um 65 Prozent. Zwischen 1976/77 und 1988/89 war eine Abnahme der Schülerzahl an den Sonderschulen um etwa 30 Prozent zu beobachten. Dies war auf die verstärkte Beschulung von Schülern mit Unterstützungsbedarf an den allgemeinen Schulen zurückzuführen. Seit 1988/89 ist diese Tendenz wieder steigend und im Schuljahr 2007/2008 besuchten dreieinhalb Mal so viele Schüler eine Sonderschule wie eine Regelschule.

Die Autorin fasst zusammen, dass der Prozess zum inklusiven Schulsystem nur unter Berücksichtigung der vorhandenen Strukturen funktionieren kann. Dazu bedürfe es der Qualifizierung von Pädagogen in allgemeinen Schulen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze für das Personal im Sonderschulsystem.

Der Weg zu einem inklusiven Schulsystem ist noch weit. Er verlangt von allen Beteiligten Mut, langen Atem und Geduld, vor allem aber eine entsprechende Qualifizierung des pädagogischen Personals sowie ausreichend Personalkapazitäten.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Leben & Weg - Magazin für selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Körperbehinderung
Homepage: https://www.bsk-ev.org/publikationen/leben-weg/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0065/7214


Informationsstand: 22.07.2009

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