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Bibliographische Angaben zur Publikation

Körperhaltungen und Bewegungen bei typischen Friseurtätigkeiten

Machbarkeitsstudie zur messtechnischen Analyse



Autor/in:

Kitzig, Dania; Hoehne-Hückstädt, Ulrike; Freitag, Sonja [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie, 2017, Band 67 (Heft 2), Seite 78-90, Heidelberg: Haefner, ISSN: 0944-2502 (Print); 2198-0713 (Online)


Jahr:

2017



Abstract:


Einleitung:

Friseur/e/innen haben häufig Muskel-Skelett-Beschwerden an Armen, Händen und am Rücken. Um die Ursachen zu untersuchen und Präventionsmaßnahmen abzuleiten, wurde eine Machbarkeitsstudie zur messtechnischen Analyse der Körperhaltung und Bewegungen während der Haupttätigkeiten einer Friseurin durchgeführt.

Material und Methoden:

Eine Friseurmeisterin frisiert drei weibliche Modelle, wobei bei allen Modellen die gleichen Haupttätigkeiten 'Schneiden', 'Färben', 'Föhnen' und 'Waschen' auszuführen waren. Sie trug das personengebundene Messsystem CUELA (computerunterstützte Erfassung und Langzeitanalyse), das die Bewegungen und Haltungen des Rumpfes und des Schulter-Hand-Arm-Systems aufzeichnete. Die Begleitung der Messungen mit einer Videokamera erlaubte eine Zuordnung der Messdaten zu den Tätigkeiten. Die dem CUELA-System zugehörige Software WIDAAN (Winkel-Daten-Analyse) ermöglicht mit Hilfe einer animierten Computerfigur die Darstellung aller Messwerte, die zudem in Winkel-Zeit-Diagrammen veranschaulicht werden. Die Gelenkstellungen wurden im Hinblick auf unterschiedliche Belastungsfaktoren untersucht: den prozentualen Zeitanteil und statistische Haltephasen außerhalb der Neutralstellung sowie Repetition.

Ergebnisse:

Physische Belastungen waren hauptsächlich durch Gelenkstellungen in nichtneutralen Winkelbereichen sowie Repetitionen bedingt. Besonders belastete Körperregionen sind Schultern, Rücken und Hände. Die Friseurin arbeitete mit angehobenen Armen und führte repetitive Bewegungen in Schulter- und Handgelenken aus. Zudem traten ungünstige Oberkörperneigungen nach vorne und nach hinten mit anteiligen statischen Haltephasen auf.

Schlussfolgerungen:

Die Tätigkeitsanalyse war praktisch durchführbar und lieferte valide Daten zu physischen Belastungen bei Friseur/inn/en. Während der Haupttätigkeiten stellen besonders Gelenkstellungen in nichtneutralen Winkelbereichen und repetitive Bewegungen der oberen Extremitäten sowie vor- und zurückgeneigte Oberkörperhaltungen Belastungsschwerpunkte dar. Künftige messtechnische Arbeitsplatzuntersuchungen werden weitere objektive Daten zu Körperhaltungen und Bewegungen von Friseur/inn/en liefern und damit dazu dienen, tätigkeitsspezifische Belastungsprofile zu erstellen. Hieraus abgeleitete Präventionsmaßnahmen werden einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitsschutz von Beschäftigten im Friseurhandwerk leisten.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Body postures and movement in typical hairdressing work

Feasibility study on measurement-based analysis

Abstract:


Introduction:

Hairdressers frequently have musculoskeletal disorders in the arms, hands and back. To investigate the cause and derive preventive measures, we carried out a feasibility study for the metrological analysis of body postures and movements during a hairdresser's main activities.

Material and methods:

A master hairdresser styled the hair of three female models, being required to perform the same tasks on all three, i. e. to cut, dye, blow-dry and wash their hair. The hairdresser wore the CUELA personal measurement system (Computerassisted Recording and Long-term Analysis of Musculoskeletal Loads), which recorded the movement and postures of the trunk and shoulder-hand-arm system. These measurements were accompanied by a video camera so that measurement date could be assigned to activities. The corresponding WIDAAN software uses an animated computer figure to show all measured values, which are also displayed in angle-time charts.

We examined joint positions with respect to different strain factors, the percentage of the time spent and static holding phases in non-neutral positions, along with repitition.

Results:

Physical strains were mainly caused by joint postures in non-neutral angle ranges and by repitition. Areas of the body that were subjected to particular strain are the shoulders, back and hands. The hairdresser worked with raised arms and performed repetitive movements of shoulder and hand joints. Awkward forward and backward inclinations of the trunk also occured, with proportionate static holding phases.

Conclusion:

The activity analysis was practicable and delivered valid data on the physical strains of hairdressers. The main strains during the principal hairdressing activities were joint positions in non-neutral angle ranges and repetitive movements of the upper extremities, along with forward and backward inclinations of the trunk. Future metrological job analyses will supply further objective data on hairdressers' body postures and movements and will be used to draw up activity-specific strain profiles. Preventive measures derived from this will make a substantial contribution towards protecting the health of people in the hairdresser trade.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie
Homepage: https://link.springer.com/journal/40664

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0064/0079


Informationsstand: 04.05.2017

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