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Bibliographische Angaben zur Publikation

Assistive Technologien für Menschen mit Behinderungen

Studie



Autor/in:

Boucher, Philip


Herausgeber/in:

European Parliament


Quelle:

Brüssel: Eigenverlag, 2018, 20 Seiten


Jahr:

2018



Link(s):


Link zur 'In-depth analysis' (Online-Publikation, PDF, 937 KB; Sprache: Englisch).
Link zu 'Part I: Regulatory, health and demographic aspects' (Online-Publikation, PDF, 5 MB; Sprache: Englisch).
Link zu 'Part II: Current and emerging technologies' (Online-Publikation, PDF, 1,9 MB; Sprache: Englisch).
Link zu 'Part III: Perspectives on assistive technologies' (Online-Publikation, PDF, 1,4 MB; Sprache: Englisch).
Link zu 'Part IV: Legal and socio-ethical perspectives' (Online-Publikation, PDF, 723 KB; Sprache: Englisch).


Abstract:


Vorlesesoftware macht Texte für Blinde hörbar, Apps bieten Lernmöglichkeiten für Menschen mit Autismus, und Videotelefonie ermöglicht Telefonate in Gebärdensprache. Wie technische Entwicklungen mehr Menschen zur selbstbestimmten Teilhabe verhelfen können, ist Thema der Studie 'Assistive Technologien für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in Gesellschaft, Bildung und Arbeitsmarkt' unter Federführung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Ein Ergebnis: Die Technik zur Inklusion in die Arbeitswelt ist da - aber oft fehlen noch Informationen über die Einsatzmöglichkeiten.

Die meisten Menschen mit Behinderungen stehen bewährten und neuen Technologien, die ihnen ein selbstständigeres Leben ermöglichen, positiv und offen gegenüber, zeigt die Studie. 'Die Technik alleine ist aber nicht alles, es ist wichtig, gesellschaftliche und politische Optionen zu entwickeln, die auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen ausgerichtet sind', sagt die Gesundheitswissenschaftlerin Maria Joao Ferreira Maia vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) am KIT. Das Institut hat die Bedeutung Assistiver Technologien (AT) für die Inklusion von Blinden und Sehbehinderten, Gehörlosen und Hörbehinderten sowie Menschen mit Autismus im Auftrag des Wissenschaftsausschusses STOA (Science and Technology Options Assessment) des Europäischen Parlaments untersucht.

Das Institut bezeichnet die Inklusion in die Arbeitswelt als wichtigen Gradmesser für die selbstbestimmte gesellschaftliche Teilhabe. Assistive Technologien können Menschen mit Behinderung den Zugang zur Erwerbstätigkeit auf vielfältige Weise ermöglichen. Die Technik sei da, aber noch fehle in vielen Unternehmen die Information über ihre Einsatzmöglichkeit, so Dr. Linda Nierling, Sozialwissenschaftlerin und Koordinatorin des Forschungsprojekts am ITAS. Das mangelnde Wissen könne dazu führen, dass ein Betrieb die Einstellung eines Menschen mit Behinderung gar nicht erst in Betracht ziehe.

Grundsätzlich stellt die Studie fest, dass eine umfassende Änderung der gesellschaftlichen Einstellung gegenüber Menschen mit Behinderung Voraussetzung für eine barrierefreie, inklusive Gesellschaft ist. Informations- und Beratungsbedarf sieht die Untersuchung auch bei Medizinerinnen und Medizinern sowie den Nutzerinnen und Nutzern selbst. Sie empfiehlt, dass speziell ausgebildete AT-Fachleute Ärtzinnen und Ärzte sowie Menschen mit Behinderung beraten, um angesichts der Vielfalt technischer Assistenzen die individuell hilfreichste zu wählen.

Betont wird, dass die vorhandenen Technologien effektiver genutzt werden könnten, indem die Bedienbarkeit aller Verbraucherendgeräte vereinfacht wird, wie es der Entwurf einer europäischen Richtlinie für barrierefreie Produkte und Dienstleistungen - der European Accessibility Act - vorsehe.

Jeweils vorbildliche Beispiele staatlicher Regulierungen für die Förderung der Integration mit Hilfe von AT hat die Studie in Schweden, Ungarn, Portugal und Deutschland - repräsentativ für die Länder der EU - betrachtet. In vier Zukunftsszenarien zeigt die Untersuchung, wie sich durch unterschiedlich ausgestaltete politische Rahmenbedingungen die Gesellschaft mehr oder weniger barrierefrei entwickeln kann.

Im Mittelpunkt des mit 140.000 Euro durch das Europäische Parlament geförderten Beratungs- und Forschungsprojektes stand die Frage, wie technische Hilfsmittel dazu beitragen können, mehr Menschen mit Behinderungen in die Gesellschaft, ins Bildungssystem und in den Arbeitsmarkt einzubeziehen. Interviews mit Personen, die in Behindertenorganisationen aktiv sind oder selbst Behinderungen haben, waren ebenso Teil der Studie wie Online-Umfragen und der Austausch mit Betroffenen und fachkundigen Experten in einem Workshop.

[Aus: Information des Herausgebers]


Weitere Informationen:


Englisches Abstract

Assistive technologies for people with disabilities

In-Depth Analysis

Abstract:


Assistive technologies (ATs) are designed to improve the functional capabilities of people with disabilities. Some are relatively low-tech and very familiar, such as such as reading glasses, crutches and hearing aids. Others are more advanced, using cutting-edge science and technology, with future ATs under development that could have a huge impact on all our lives.

The focus in this study is on ATs for three specific disabilities: blindness and visual impairments, deafness and hearing impairments, and autism spectrum disorders. These three disabilities exhibit both similarities and differences in terms of their implications for ATs. A description of the regulatory environment, including international agreements and EU regulations regarding disabilities and technologies, is followed by four case studies on Germany, Hungary, Portugal and Sweden.

The study includes a review of the ATs currently available and future ATs at various stages of development, and also a survey of people from each disability group, focusing upon their perspectives and needs with regard to ATs. This is supplemented by expert interviews and a stakeholder workshop. Through this combination of primary and secondary research, several social, technical, ethical, demographic, regulatory, economic and environmental trends are identified. These are used to compile four explorative scenarios about the future of ATs, and to develop social, ethical and legal reflections on the role of current and future initiatives of the European Parliament.

The study finds that current and future ATs could have a positive impact, but identifies problems with one-size-fits-all approaches. Alone, ATs are insufficient to foster a more inclusive society. While waiting for future ATs, more can be done to make effective use of current ATs and implement existing regulatory frameworks. Other steps include targeting wide attitudinal and social change, encouraging co-creation of future ATs, and promoting the emergence of AT professionals.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union
Vertriebsbüro Deutschland: Bundesanzeiger Verlag GmbH
Homepage: https://www.bundesanzeiger.de/ebanzwww/wexsservlet
EU Bookshop
Homepage: https://bookshop.europa.eu/de/home/
***Zu beziehen über Bibliotheken oder den Buch- und Zeitschriftenhandel***



Referenznummer:

R/NV8637


Informationsstand: 28.03.2018

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