Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Die Erwerbssituation von Menschen mit Behinderung


Autor/in:

Metzler, Christoph; Werner, Dirk


Herausgeber/in:

Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. (IW)


Quelle:

IW-Trends, 2017, 44. Jahrgang (Heft 4), Köln: IW Medien, ISSN: 0941-6838 (Print); 1864-810X (Online)


Jahr:

2017



Link(s):


Link zu IW Trends 04/2017 (HTML).


Abstract:


Die Situation von Menschen mit Schwerbehinderung am deutschen Arbeitsmarkt ist gut, wenngleich ausbaufähig. In der Gruppe der 25- bis 64-Jährigen waren im Jahr 2013 zwar nur 42,8 Prozent erwerbstätig. Allerdings hatten 45,6 Prozent keinen Erwerbswunsch und nur 2,8 Prozent waren erwerbslos.

Ein Teil der Menschen mit Schwerbehinderung - rund 8 Prozent - arbeitet nicht am ersten Arbeitsmarkt, sondern in Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Die regionale Situation unterscheidet sich deutlich: In Baden-Württemberg ist fast jeder zweite Mensch mit Schwerbehinderung erwerbstätig, in Sachsen-Anhalt dagegen nur jeder vierte. Ein steigender Grad der Behinderung senkt unter sonst gleichen Bedingungen die Wahrscheinlichkeit, erwerbstätig zu sein. Bei den Nettoerwerbseinkommen zeigen sich auf dem ersten Arbeitsmarkt kaum Unterschiede zwischen Personen mit und ohne Schwerbehinderung. Weiterer Forschungsbedarf besteht hinsichtlich der Ursachen fehlender Erwerbswünsche.

Hintergrund:

Die Anzahl der Menschen mit einer Schwerbehinderung in Deutschland ist zwischen 2001 und 2015 von 6,7 auf 7,6 Millionen angestiegen. Dies geht mit der zunehmenden Alterung der Gesellschaft einher, da Behinderungen in höheren Altersgruppen häufiger auftreten (Statistisches Bundesamt, 2017). Durch die demografische Entwicklung, die Verlängerung der Lebensarbeitszeit und die Fortschritte im Gesundheitssystem ist davon auszugehen, dass in Zukunft anteilig mehr Erwerbspersonen mit Behinderung dem Arbeitsmarkt potenziell zur Verfügung stehen.

Menschen mit Behinderung können in Deutschland auf zwei Arten erwerbstätig sein: erstens auf dem ersten Arbeitsmarkt als Arbeitnehmer/innen oder als Selbstständige und zweitens als Teil des subventionierten Arbeitsmarktes in Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM). Diese Einrichtungen sind nicht den Bedingungen des Marktes unterworfen.

Der Aufsatz wirft einen Blick auf die Beteiligung von Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt sowie auf deren Einflussfaktoren und unterscheidet nach dem Ausmaß der Behinderung. Die Datenbasis der Betrachtung ist die repräsentative Mikrozensus-Erhebung des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2013.

[Aus: Herausgeberinformation]


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

The Employment Situation for People with Disabilities


Abstract:


Though there is still room for improvement, the situation on the German labour market for people with severe disabilities is generally good. While in 2013 only 42.8 per cent of 25- to 64-year-olds were employed, 45.6 per cent did not wish to work and only 2.8 per cent were officially unemployed.

Some people with disabilities - around 8 percent - do not work in the primary labour market, but in sheltered workshops. The situation varies considerably from region to region. In Baden-Württemberg, nearly every second person with a severe disability is gainfully employed, whereas in Saxony-Anhalt this is true for only one in four. Other things being equal, the greater the degree of disability, the lower the likelihood of gainful employment. In the primary labour market, net earned incomes for the severely disabled are little different from those without a disability. Further research is needed to establish why so many of the disabled have no interest in employment.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


IW-Trends - Vierteljährliche Zeitschrift zur empirischen Wirtschaftsforschung
Homepage: https://www.iwkoeln.de/studien/iw-trends/
***Zu beziehen bei den Herausgebern***



Referenznummer:

R/NV8571


Informationsstand: 03.01.2018

in Literatur blättern