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Bibliographische Angaben zur Publikation

Hörgeräteversorgung - Kann die Begrenzung der Leistungspflicht der Krankenkassen durch Festbeträge bei medizinischer Indikation erfolgreich vor den Sozialgerichten angefochten werden?


Autor/in:

Lottner, Anna; Iro, Heinrich; Schützenberger, Anne [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Laryngo-Rhino-Otologie, 2019, 98. Jahrgang (Heft 10), Seite 708-714, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0935-8943


Jahr:

2019



Abstract:


Hintergrund:

Bei der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Hörgeräten stellt sich oft die Frage, ob die Patientinnen und Patienten einen Anspruch auf technisch weiter entwickelte und somit teurere Geräte haben, wenn dies medizinisch indiziert ist, oder nur auf Geräte zum Festbetrag. Dieser Artikel gibt einen Überblick über Urteile der deutschen Sozialgerichte. Es wurde untersucht, ob es sich für gesetzlich krankenversicherte Patientinnen und Patienten lohnt, den Klageweg zu beschreiten, wenn ihr Antrag abgelehnt wird, und mit welcher Verfahrensdauer gerechnet werden muss.

Material und Methoden:

Ausgewertet wurde die deutsche kommerzielle juristische Datenbank 'juris'. Als Suchparameter dienten 'Hörgerät' und 'Zuzahlung'. Die besprochenen Entscheidungen ergingen im Zeitraum 2009 bis 2019.

Ergebnisse:

Insgesamt wurden 97 einschlägige Entscheidungen gefunden. Es wurde festgestellt, dass die Ergebnisse je nach den Besonderheiten des Einzelfalles variieren. Von den untersuchten Urteilen und Beschlüssen fielen 63 % positiv für Patientinnen und Patienten (Klägerinnen und Kläger) aus. Die Verfahren dauerten zwischen 0,3 Jahren und 10,4 Jahren.

Schlussfolgerungen:

Die Arbeit zeigt, dass ungewiss ist, ob die Kosten für Hörgeräte, deren Kosten den Festbetrag übersteigen, übernommen bzw. erstattet werden oder nicht. Da jeder Fall im Prinzip einzigartig ist, variieren auch die Ergebnisse. Trotzdem wird empfohlen, im Falle der Ablehnung der Ansprüche trotz Indikation nach sorgfältiger Abwägung den Klageweg zu beschreiten.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Hearing aid provision - can the limited obligation of statutory health insurance to provide indemnification only up to the reference price be successfully challenged in the social courts in cases of medical indication?


Abstract:


Objective:

When patients are provided with hearing aids, the question may arise whether they are entitled to technically advanced and therefore more expensive hearing aids in cases of medical indication, or just to hearing aids for the reference price. This work provides an overview of decisions rendered by the German social courts. We investigated whether it is advisable for a patient to go to court if the statutory health insurance has disputed a claim, and how long the proceedings may take.

Material and Methods:

We looked for decisions in the commercial legal database 'juris”, using the search parameters 'Hörgerät” (hearing aid) and 'Zuzahlung” (additional payment). The reviewed decisions were issued between 2009 and 2019.

Results:

A total of 97 relevant decisions were found. The results varied according to the specifics of the individual case. 63 % of the patients won their cases. The court procedures took between 0.3 years and 10.4 years.

Conclusions:

The study shows that it is uncertain whether the costs for hearing aids that exceed the reference price will be covered or reimbursed. As each case is in principle unique, the results vary. Nevertheless, taking legal action is recommended after thorough consideration in cases where statutory health insurances or other providers refuse to meet expenses incurred despite indication.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


LRO - Laryngo-Rhino-Otologie
Homepage: https://www.thieme.de/de/laryngo-rhino-otologie/profil-12497...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA7820


Informationsstand: 08.01.2020

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