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Bibliographische Angaben zur Publikation

Aufrecht stehen im LEVO Rollstuhl mit integrierter Stehhilfe


Autor/in:

Eckhardt, Anja


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Deutsche Behinderten Zeitschrift, 1999, 36. Jahrgang (Heft 5), Seite VIII-IX, Remagen: Reha-Verlag, ISSN: 0939-4702


Jahr:

1999



Abstract:


Wieder fähig, aufzustehen, sind diejenigen Rollstuhlfahrer, die sich aus eigener Kraft oder mit fremder, beziehungsweise maschineller Hilfe im Rollstuhl aufrichten können. Rollstuhlfahrer nehmen, notgedrungen, Unannehmlichkeiten und Nachteile in Kauf. Viele von ihnen sogar mehr als nötig.

Denn passiv stehen kann fast jeder Rollstuhlfahrer, auch wenn die aktive Steh- und die Gehfähigkeit eingeschränkt oder gar nicht mehr vorhanden sind. Passiv Stehen bedeutet (Auf-)Stehen in einem Stehgerät oder einer (Auf-)Stehhilfe. Dazu braucht man selber weder stehen noch gehen zu können. Man braucht also auch keine Kraft in den Beinen.

Es gibt Stehgeräte, die von einem Therapeuten oder einer anderen Hilfsperson bedient werden, und solche, die der Rollstuhlfahrer selber bedienen kann. Zu diesen zählt auch der LEVO Stehrollstuhl.

Im LEVO Stehrollstuhl kann der Rollifahrer nicht nur sich selbst aufstellen und selbstständig stehen, sondern auch fahren wie in einem gewöhnlichen Rollstuhl. Diese Kombination zweier Funktionen bringt dem Rollstuhlfahrer ein Höchstmaß an Selbstständigkeit. Daneben, respektive für viele Menschen zur Hauptsache, hat das Stehen im LEVO Stehrollstuhl viele wichtige Anwendungsgründe, die zu einer guten Gesundheit beitragen.

Diese Gründe wollen wir einteilen in:
- Gesundheitliche (medizinisch-therapeutische) Gründe
- Psychologische Gründe
- Praktisch-funktionelle Gründe.

Gesundheitliche (medizinisch-therapeutische) Gründe
Kreislauf, Durchblutung, Atmung, die Funktion von Blase, Niere und Verdauungsorganen sind lebenswichtige Funktionen, und es ist nötig, diese aktiv zu erhalten. Durch die ständige sitzende Haltung sind die genannten Organe in ihrer Funktion eingeschränkt und für Krankheiten anfällig. Regelmäßiges Aufstehen kann entscheidend dazu beitragen, diese lebenswichtigen Funktionen zu verbessern und damit die Gesundheit zu erhalten oder wiederherzustellen. Ein Leben im Rollstuhl kann gewisse Komplikationen zur Folge haben. Zum Beispiel kann die Muskulatur verkürzt und somit die Gelenke versteift werden. Auch Spasmen sind eine häufige Nebenerscheinung von Lähmungen. Der Knochen verliert an Bruchfestigkeit, und die Haut wird anfällig für Druckstellen und -geschwüre. All diesem kann vorgebeugt, beziehungsweise abgeholfen werden, indem man durch regelmäßiges Stehtraining die Gelenke bewegt, die Muskeln streckt, die Haut entlastet und den Knochen belastet.

Psychologische Gründe
Jeder, der erfährt, dass er ein Leben im Rollstuhl vor sich hat, wird zuerst auf irgendeine Weise aus dem seelischen Gleichgewicht geworfen. Er wird in seiner Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt, Hindernisse stellen sich ihm in den Weg, die es vorher nicht gab. Er fürchtet, für den Rest seines Lebens der 'Untere', der 'Kleinere' sein zu müssen, die Positionen unten - oben sind gegeben durch den Rollstuhl. Dies beeinflusst sicher die zwischenmenschlichen Kontakte. Dies muss aber nicht sein, denn durch die Möglichkeit, sich aufzustellen, wann und wo er will, wird dem Rollstuhlfahrer ein Teil seiner Entscheidungsfreiheit wiedergegeben. Die Positionen können vertauscht werden, Kommunikation kann auf gleicher Ebene stattfinden. Auf diese Weise wird erheblich zu einem gesunden Selbstbewusstsein und psychischen Wohlbefinden beigetragen.

Praktisch-funktionelle Gründe (Arbeit, Bildung, Hobby etc.)
Aufstehen können bedeutet mehr Aktivität. Stehend im Rollstuhl können Schränke, Regale, Büchergestelle erreicht werden, die sonst in unerreichbarer Höhe angebracht sind; nicht nur zu Hause, sondern auch in der Ferienwohnung, im Laden, in der Bibliothek, im Büro, in der Schule und an anderen Orten, wo man an den Gegebenheiten nicht viel ändern kann. Man kann besser an Werkbänken, Küchenkombinationen, Bars und Schaltern stehen und arbeiten, an denen man sonst keine Chancen hätte. Somit stehen dem Rollstuhlfahrer, der sich auch aufstellen kann, mehr Arbeitsbereiche offen.

Auf Arbeitsplatz-, Küchen-, Bad- und andere bauliche Anpassungen kann zum Teil verzichtet werden. Aus all diesen Gründen werden in der Firma LEVO AG in Wohlen bei Zürich Steh-Rollstühle in verschiedenen Ausführungen gebaut. Die wichtigsten Varianten stellen wir kurz vor:

Der LEVO active-easy LAE ist der leichtste und wendigste der LEVO Rollstühle. Sein manueller Antrieb und die manuelle Aufstehhilfe (M/M) machen ihn zum perfekten Stehgerät für Paraplegiker oder Rollstuhlfahrer mit ähnlicher Behinderung. Um den manuellen Stehmechanismus bedienen zu können, muss der Benutzer gute Arm- und Handfunktion und -kraft besitzen, sowie über eine einigermaßen gute Oberkörperkontrolle verfügen. Die eigene Armkraft wird unterstützt durch zwei Gasfedern, die das Aufstehen zu einem Kinderspiel machen. Der LEVO compact-easy LCE ist wie der LAE ein leichter und wendiger Rollstuhl, ausgestattet aber mit einem elektrischen Stehmechanismus (M/E). Dieser wird ausgelöst durch einen einfachen Knopfdruck auf der Handbedienung oder durch die Bedienung eines Schalthebels. Dank dem LCE können auch Menschen mit weniger Armkraft und Handfunktion selbstständig aufstehen. Also auch Tetraplegiker, MS-Patienten und viele mehr. Der LEVO mobil LCM ist der elektrisch fahrbare Rollstuhl mit elektrischem Stehmechanismus (E/E). Dank seiner schlanken Außenmaße und der einfachen Bedienung ist er der perfekte E-Stuhl für drinnen. Es gibt ihn in der Standardausführung mit einer Batterieleistung von 25 Ah, als Option sind stärkere Batterien (36 Ah oder 50 Ah) erhältlich.

Der LCM verbindet die Funktion des elektrischen Fahrens mit der Funktion des Stehens und Aufstehens ideal und gibt somit auch schwerer Behinderten Einiges an Selbstständigkeit zurück. In Deutschland werden die LEVO Stehrollstühle in der Regel nach Rezeptierung durch den behandelnden Arzt von den Kostenträgern (gesetzliche Krankenkassen, private Krankenversicherungen) übernommen. Besonders die Berufsgenossenschaften stehen den Stehrollstühlen positiv gegenüber, wenn durch ihre Benutzung die Eingliederung in den Arbeitsmarkt erleichtert wird.Der Vertrieb erfolgt über den Sanitäts- und Orthopädiefachhandel, der - unterstützt durch moderne firmeneigene Logistiksysteme - einen professionellen Kundendienst anbietet.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Rollstuhlmodelle von Levo | REHADAT-Hilfsmittel




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Behinderten Zeitschrift
Homepage: https://www.reha-verlag.com/dbz/index.html

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0112/2667


Informationsstand: 17.02.2000

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