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Bibliographische Angaben zur Publikation

Fahrzeugumrüstung


Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Deutsche Behinderten Zeitschrift, 1998, 35. Jahrgang (Heft 2), Seite IV, Remagen: Reha-Verlag, ISSN: 0939-4702


Jahr:

1998



Abstract:


Bevor mit der Umrüstung ihres Autos begonnen wird, sollten Sie genau prüfen lassen, welche technischen Lösungen Sie benötigen. Anhand des so erstellten Anforderungsprofils wird sich dann zeigen, ob Ihr Auto überhaupt für eine Umrüstung geeignet oder ob es nicht sinnvoller ist, ein neues Fahrzeug anzuschaffen, welches sich auf Ihre Belange optimal umrüsten lässt.

Die Umrüstung Ihres Autos kann folgende Bereiche umfassen:
- Anpassung der Bediengeräte
- Einstiegshilfen
- Verladesysteme für Rollstühle
- Kraftfahrzeug-Sitze

Anpassung der Bediengeräte
Bediengeräte gibt es in verschiedenen Ausführungen. Die Anpassung muss individuell auf Ihre Belange abgestimmt sein. Weil die Werkstätten in der Regel nicht alle Varianten möglicher Bediensysteme einbauen, ist es ratsam, sich vorher über die Varianten zu informieren und zu klären, ob die gewählte Lösung passend für Ihr Fahrzeug ist. Zum Ausprobieren kann es eine große Hilfe sein, wenn Sie Kontakt zu anderen Behinderten aufnehmen, die schon ein Fahrzeug mit einem entsprechenden Bediengerät fahren. Hier können auch Fahrschulen informieren.

Trotzdem einige Tipps:
- die Originalfunktion sollte, wenn möglich, erhalten bleiben. Dieses hat den Vorteil, dass auch andere Personen das Fahrzeug fahren dürfen.
- Bediengeräte, die neben dem Fahrersitz ihre Position haben sollen, werden z.T. schon ab Werk angeboten.

Und noch mehr Tipps:
- ProthesenträgerInnen sollten darauf achten, dass im Fußraum genügend Platz ist, weil Sie sonst Schwierigkeiten mit den Pedalen bekommen, besonders bei Linksgasumlegungen. Eine Sitzschienenverlängerung kann hier sinnvoll sein.
- Elektrische Handbremsen sollten eine elektronische Regelung haben, die bei einer gewählten Anzugskraft abschaltet, weil sonst die Handbremsanlage beschädigt werden könnte.
- Lenkradknöfpe müssen wegklapp-, versenk- oder abnehmbar sein, wenn andere Personen das Fahrzeug mitbenutzen.
- Wenn Sie das Warndreieck nicht aufstellen können, sind hochgestellte Blinkleuchten oder eine Warnleuchte, die vom Fahrersitz aus bedient werden kann, notwendig.

Weitere notwendige Zusatzausstattungen können je nach Behinderung sein:
- Zentralverriegelung
- Elektrische Spiegel
- Standheizung möglichst mit Zeitschalter oder Fernbedienung
- Tempomat
- Servolenkung-Mobilitätshilfe
- Haltegriff über der Innentür
- Klimaanlage
- Automatik

Einstiegshilfen
Welche Einstiegshilfe geeignet ist, hängt von den persönlichen Fähigkeiten ab. Die Auswahl der Einstiegshilfe kann erheblichen Einfluss auf die Fahrzeugwahl haben. Bestimmte technische Lösungen lassen sich nicht mit allen Fahrzeugtypen durchführen.

Bei Mini-Vans und Bussen gibt es zum Beispiel als kombinierte Lösung die Fahrzeugabsenkung in Zusammenhang mit Rampen oder einem Unterflurlift. Das Fahrzeug senkt sich ab und die Rampen werden ausgeklappt oder der Unterflurlift, der unter dem Fahrzeug angebracht ist, fährt heraus.

Möglichkeiten sind:
- Umbau des Sitzes, zum Beispiel durch eine drehbare Konsole
- Einbau eines Personen-Lifters
- Einbau eines Verladesystems für Sie und den Rollstuhl.

Verladesysteme für Rollstühle
Für das Verladen von Greifreifenrollstühlen gibt es verschiedene technische Lösungen, die immer dann notwendig sind, wenn Sie mit Ihren Kräften nicht in der Lage sind, den Rollstuhl oder Bauteile des Rollstuhls selbstständig zu verladen. Sie können Ihren Rollstuhl mithilfe von Liftersystemen auf dem Dach, hinter dem Fahrersitz oder im Kofferraum unterbringen.

Der Dachlifter beispielsweise bietet den Vorteil, dass Sie in der Fahrgastzelle und im Kofferraum keinen Platz verlieren und dass das System mit wenig Aufwand auch auf ein anderes Fahrzeug montiert werden kann. Allerdings müssen Sie mit höheren Fahrtwindgeräuschen, höherem Kraftstoffverbrauch und im Winter mit Vereisungsgefahr rechnen. Außerdem verändert sich die Fahrzeughöhe, so dass eventuell die Benutzung einer Waschanlage nicht möglich ist.

Wählen Sie die Kofferraumlösung, müssen Sie bedenken, dass für die Technik der Kofferraum verloren geht. Bei elektrischer Verladung hinter dem Beifahrersitz benötigen Sie ein viertüriges Fahrzeug, und Sie haben weniger Platz im Innenraum. Für die manuelle Verladung des Rollstuhls benötigen Sie ein zweitüriges Auto oder ein viertüriges mit vorklappbarem Beifahrersitz.

Kraftfahrzeug-Sitze
Besonders wenn Sie viel und lange fahren, ist die richtige Sitzanpassung wichtig. Eine unzureichende Sitzanpassung erhöht nicht nur das Unfallrisiko, sondern kann auch zu gesundheitlichen Folgeschäden führen.

Zu unterscheiden sind:
- die Anpassung des Sitzes
- die Anpassung der Sitzverstellung

Orthopädische Kraftfahrzeugsitze gibt es in verschiedenen Ausführungen, und auch Originalsitze können umgerüstet werden. RollstuhlfahrerInnen sollten darauf achten, dass die Seiten der Sitze nicht zu hoch sind. Ansonsten kann es Schwierigkeiten beim Transfer vom Sitz in den Rollstuhl geben. Bei der Auswahl des Sitzbezuges ist zu beachten, dass dieser zum besseren Hinübergleiten nicht zu rauh ist.
Dazu können Sie die Sitze noch mit einer Sitzverstellung ergänzen, die es als manuelle und elektrische Ausführung gibt. Verstellbare Sitze sind in erster Linie eine Erleichterung beim Einstieg, und sie verbessern die Sitzqualität. Auch wird im Einzelfall die Nutzung der Bedienelemente erleichtert.
Es gibt auch Sitzverstellungen, die mehrere Funktionen ausüben. Diese werden von den Firmen individuell angefertigt.

Abnahme des Fahrzeugs, Fahrprobe und Eintrag in die Fahrzeugpapiere
Haben Sie den Marathon der Gutachten, des Führerscheinerwerbs, der Umbauten, der Anschaffung hinter sich gebracht, müssen Sie noch Folgendes erledigen:
- Ihr umgerüstetes oder neu angeschafftes Fahrzeug muss von einer Technischen Prüfstelle begutachtet werden;
- Die vorgenommenen Umbauten und Anpassungen in die Fahrzeugpapiere eintragen lassen;
- evtl. Fahrprobe.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Adressen zu Kraftfahrzeuganpassung
Produkte: Kraftfahrzeuganpassungen




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Praxishilfe/Ratgeber




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Behinderten Zeitschrift
Homepage: https://www.reha-verlag.com/dbz/index.html

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0112/2169


Informationsstand: 03.06.1998

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