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Bibliographische Angaben zur Publikation

Welches Auto kann ich fahren?


Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Deutsche Behinderten Zeitschrift, 1999, 36. Jahrgang (Heft 3), Seite I, Remagen: Reha-Verlag, ISSN: 0939-4702


Jahr:

1999



Abstract:


'Welches Fahrzeug kann ich fahren?' fragen sich die meisten Neueinsteiger. Spezialfirmen, die sich auf den Behindertenfahrzeugbau spezialisiert haben, bieten ihnen Beratungshilfen. Sie können ihre eigenen Fähigkeiten jedoch auch in dem Handicap-Check-Car vom TÜV Hannover/ Sachsen-Anhalt testen. Vielen Körperbehinderten, die meinten, nicht Auto fahren zu können, wurde schon zur Mobilität verholfen. Das Fahrzeug hat allerlei technische Geräte an Bord, die zeigen, was jemand hinter dem Lenkrad kann und was nicht, und wie man Defizite am besten ausgleichen kann.

Die Technik macht es möglich, ein Fahrzeug so individuell anzupassen, dass ein Behinderter so sicher fahren kann wie ein Nichtbehinderter in einem normalen Auto. Von der Art der Behinderung hängen viele Tests ab. Wer seine Beine nicht oder nur eingeschränkt bewegen kann, muss Gas, Kupplung und Bremse mit der Hand betätigen. Dafür gibt es Hilfsmittel direkt am Lenkrand. Wer den rechten Arm nicht oder nicht voll einsetzen kann, muss auf ein Automatikfahrzeug umsteigen. Manchmal jedoch kommen mehrere Behinderungen zusammen. Da reichen zum Beispiel die Kräfte zum Betätigen der Pedale oder zum Lenken nicht aus, oder es gibt Menschen, die nicht richtig ums Lenkrad greifen können.

Mit den speziellen Messgeräten können zum Beispiel die Kräfte des Handgelenks gemessen werden. Über spezielle Sensoren an den Pedalen kann man abschätzen, wie stark beispielsweise eine Bremshilfe sein muss. Das Handicap-Check-Car ist übrigens das einzige Fahrzeug dieser Art in Deutschland in TÜV-Diensten. Je nach Zeitaufwand berechnet der TÜV bis zu 500 DM. Das Geld ist sinnvoll angelegt und wird in vielen Fällen von der Krankenkasse, Berufsgenossenschaft, Arbeits- oder Sozialamt ganz oder teilweise erstattet. Die Ergebnisse der Tests und der Beratung münden auf Wunsch in ein Gutachten, das der entsprechenden Verwaltungsbehörde als Grundlage für die Eintragungen im Führerschein dient.

Beratung beim TÜV ihrer Stadt

Behindertengerechte PKW
Schon bei der Herstellung der Basisfahrzeuge achtet die Automobilindustrie heute darauf, dass die Konstruktion der Fahrzeuge weitgehend problemlos eine behindertengerechte Zusatzausstattung beziehungsweise einen behindertengerechten Umbau ermöglicht. Fast jedes Fahrzeug kann behinderungsgerecht umgebaut oder ausgerüstet werden. Viele PKW mit behindertengerechten Ausstattungen können auch problemlos von Nichtbehinderten gefahren werden. Behindertengerechte technische Umbauten und Hilfen, die vor Jahren noch unerschwinglich waren, bewegen sich zunehmend in bezahlbaren Dimensionen. Die Konstruktion diverser Fahrzeugtypen erlaubt problemlos den Einbau von Verladesystemen für den Rollstuhl oder den Einbau einer Rampe. Die Palette der möglichen Maßnahmen reicht vom automatisch abblendbaren Innen- und Außenspiegel über die Sprachbedienung für das Autotelefon, den Regensensor für den Scheibenwischer, Infrarot-Fernbedienungen für die elektrischen Funktionen des PkW, den verschiedenen Lenk- und Bremshilfen bis hin zu den Einsteigehilfen.

Einstiegs- und Rollstuhlverladehilfen
Wer hätte noch vor einigen Jahren als Rollstuhlfahrer daran gedacht, sich per Lift mit Infrarot-Fernbedienung ins Fahrzeug zu begeben, unter ein höhergelegenes Lenkrad zu rollen und loszufahren? Zum Glück ist die Technik heute so weit ausgereift, dass der Einstieg in den PkW kein Problem mehr für den Behinderten darstellt.

Seitlicher Kassettenlift
Kombiniert mit einer elektrischen Schiebetür am Fahrzeug kann er auf Wunsch mithilfe einer Infrarot-Fernbedienung ausgefahren werden und erlaubt es dem Rollstuhlfahrer, ohne Probleme den Lift zu benutzen. Dies funktioniert selbst dann reibungslos, wenn ein voluminöser Elektro-Rollstuhl benutzt wird, denn der Lift ist breit genug und hat eine Tragfähigkeit von 350 kg. Einstieg: seitlich.

Schwenklift
Der Rollstuhlfahrer kann den Schwenklift in der Regel ohne fremde Hilfe bedienen, er lässt sich aber auch vom Fahrersitz aus steuern. Der Schwenklift wird elektrohydraulisch bewegt. Die Tragfähigkeit beträgt 350 kg. Einstieg: hinten.

Linearlift
Erfordert mehr freien Platz hinter dem Fahrzeug. Einstieg: hinten.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Produkte: Kraftfahrzeuganpassungen




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Behinderten Zeitschrift
Homepage: https://www.reha-verlag.com/dbz/index.html

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0112/2579


Informationsstand: 18.02.2000

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