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Bibliographische Angaben zur Publikation

Darm-Management: Hilfsmittelversorgung bei Stuhlinkontinenz und Darmfunktionsstörungen

Teil 2



Autor/in:

Hegeholz, Dietmar


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

HANDICAP, 2008, 15. Jahrgang (Heft 4), Seite 114-117, München: Belitz & Neumann


Jahr:

2008



Abstract:


In Deutschland haben etwa 1,8 bis 6,2 Millionen Menschen eine Stuhlinkontinenz oder Darmentleerungsstörung. Das Kontinenzorgan besteht aus mehreren anatomischen Strukturen, durch deren Zusammenspiel die komplexe Kontinenzleistung möglich wird. Von einer normalen Stuhlausscheidung ist dann die Rede, wenn die Zeit von der Nahrungsaufnahme bis zu ihrer Ausscheidung etwa 39 Stunden dauert. Kommt das System aus dem Gleichgewicht, kann eine Darmfunktionsstörung oder eine Stuhlinkontinenz vorliegen.

Im Gespräch zwischen dem Betroffenen und dem Kontinenzberater sind neben der medizinischen Diagnostik die Ursachen zu klären. Dabei müssen Stuhlfrequenz und Stuhlbeschaffenheit ermittelt werden. Je nach medizinischer Indikation und individueller Ausprägung stehen verschiedene Maßnahmen zur Verfügung. Das Spektrum reicht von Massagemethoden über Hilfsmittel und medikamentöse Behandlungen bis hin zum künstlichen Darmausgang.

Windeln und Vorlagen werden oft zur Selbsttherapie eingesetzt, stellen allerdings meistens eine schlechte Versorgungsform dar, da sie unhandlich sind und die Geruchsentwicklung nicht verhindern können. Der Analtampon besteht aus einem weichen Material und wird so eingeführt, dass der Stuhl sicher zurückgehalten wird, Darmgase aber problemlos entweichen können. Körperlich Aktivitäten werden durch das Hilfsmittel nicht eingeschränkt und so stellt der Analtampon eine diskrete Lösung dar, die zudem optimalen Hautschutz gewährleistet und Geruchsentwicklung verhindert.

Dennoch ist eine vorherige Beratung notwendig, um eine sichere und unkomplizierte Anwendung zu gewährleisten. Der Analtampon sollte generell nur eine vorübergehende Lösung sein. Das Ziel sollte es sein, die Ursache der Stuhlinkontinenz zu ermitteln und die Darmtätigkeit auf andere Weise zu managen.

Die transanale Irrigation hat sich in der Therapie der neurogenen Darmfunktion als anerkanntes Verfahren etabliert. Über einen Rektalkatheter wird dabei eine für den Betroffenen individuell festgelegte Wassermenge in den Darm eingebracht. Das Wasser muss etwa fünf Minuten im Darm wirken. Durch diese Volumenzufuhr kommt es zur Dehnung und Auslösung von Entleerungsreflexen. Wird diese Methode konsequent angewandt, kann eine Entleerung bis in höhere Darmabschnitte sichergestellt werden.

Diese Methode ist sehr sanft und weitgehend nebenwirkungsfrei. Sie eignet sich bei Darmentleerungsstörungen, Störungen der Transportfunktion, Stuhlinkontinenz und Obstipation in Folge einer Entleerungs- und Transportstörung. Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen darf das Verfahren beispielsweise nicht angewandt werden. Durch die transanale Irrigation nimmt die Anzahl der Harnwegsinfekte zudem deutlich ab, da der betreffende Bereich seltener mit Bakterien verschmutzt wird.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Stuhlinkontinenzhilfsmittel | REHADAT-Hilfsmittel
Teil 1 des Artikels | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


HANDICAP - Das Magazin für Lebensqualität für Menschen mit Behinderungen und ihre Freunde
Homepage: http://www.handicap.de

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0130/6997B


Informationsstand: 20.03.2009

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