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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die Aufgaben der Schwerbehindertenvertretung


Autor/in:

Seidel, Rainer


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Behindertenrecht, 2003, 42. Jahrgang (Heft 3), Seite 80-84, München: Boorberg, ISSN: 0341-3888


Jahr:

2003



Abstract:


Die Schwerbehindertenvertretung ist zentraler Ansprechpartner der schwerbehinderten Arbeitnehmer im Betrieb und Verbindung zum Integrationsamt und zum Arbeitsamt. Sie hat sich unter anderem dafür einzusetzen, dass schwerbehinderte Menschen einen für sie geeigneten Arbeitsplatz erhatlen. Sie solle dem Schwerbehinderten Gesprächsmöglichkeiten anbieten und sich bei Schwierigkeiten am Arbeitsplatz einschalten.

Für die Auswahl der Schwerpunkte in der in der Arbeit einer Schwerbehindertenvertretung gibt es kein Patentrezept. Von Betrieb zu Betrieb, von Dienststelle zu Dienststelle können die Probleme unterschiedlich sein. Einige Arbeitsschwerpunkte ergeben sich aus den Hauptzielen des SGB IX: Erhalt und Schaffung von behinderungsgerechten Arbeitsplätzen. Dazu ist vor allem erforderlich, dass die Schwerbehindertenvertretungen die ihnen anvertrauten Personen und deren Arbeitsplätze genau kennen und den jeweiligen Anliegen auf den Grund gehen.

Ein direkter Einfluss auf den Arbeitsplatz und eine Mitsprache bei der Gestaltung des Arbeitsablaufs und der konkreten Arbeitsbedingungen scheint nur von einer Minderheit der Vertrauenspersonen versucht oder praktiziert zu werden.

Fehlende und falsche Informationen über die Leistungsfähigkeit schwerbehinderter Arbeitnehmer, falsche Rückschlüsse aus dem Grad der Behinderung, fehlendes Wissen über finanzielle und materielle Hilfen bei und nach der Einstellung schwerbehinderter Menschen sind Hindernisse für eine erfolgreiche Arbeit.

Bezogen auf die besondere, individuelle Schädigung der Betroffenen sollte geprüft werden, wie Arbeitsplatz, Arbeitssituation und Arbeitsumgebung mit gestalterischen Mitteln verändert werden können. Der Autor verdeutlicht dies im Weiteren anhand der Kapitelüberschriften Behindertengruppen aus dem Bereich der körperlich, geistig und seelisch Behinderten, Information der schwerbehinderten Mitarbeiter, die Erfüllung der Beschäftigungspflicht, die Helfergruppe, Integrationsvereinbarung, die gemeinsamen Service- und Beratungsstellen.

Er kommt zu dem Fazit, dass es nicht zu übersehen ist, dass die Betriebe und Verwaltungen noch unter einem erheblichen Kostendruck stehen. Nischenarbeitsplätze, auf denen oft Schwerbehinderte eingesetzt waren, sind in den letzten Jahren wegrationalisiert worden.

Die Einführung der neuen Steuerungsmodelle im Hinblick auf die Beschäftigung Schwerbehinderter im öffentlichen Dienst gibt Anlass zum Nachfragen. Die Erfahrungen, die die Schwerbehindertenvertretungen mit der dezentralen Ressourcenverwaltung gemacht haben, zeigen, dass die Belange der Schwerbehinderten Mitarbeiter unberücksichtigt zu bleiben drohen.

Die schwerbehinderten Mitarbeiter müssen ihre beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten im Rahmen von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen auf dem Laufenden halten und sich der technischen Entwicklung anpassen. Die Integrationsämter nämlich erfahren oft erst über den Antrg auf Zustimmung zur Kündigung die Probleme. Deshalb bleibt in den meisten Fällen die entscheidende Chance, eine Kündigung zu vermeiden, zunächst einmal bei den im Betrieb oder in der Dienststelle Beteiligten. Mit Unterstützung der Schwerbehindertenvertretungen sollte es gelingen, den Prozess der Eingliederung der Schwerbehinderten weiterhin positiv zu beeinflussen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Behindertenrecht - Fachzeitschrift für Fragen der Rehabilitation
Homepage: https://www.boorberg.de/3413888

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0059/3383


Informationsstand: 31.07.2003

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