Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Menschen mit Behinderungen: Von Stillstand keine Rede


Autor/in:

Leinenbach, Manfred


Herausgeber/in:

Arbeitskammer des Saarlandes


Quelle:

Arbeitnehmer, 2004, 52. Jahrgang (Heft 7), Saarbrücken: Eigenverlag, ISSN: 0334-8223


Jahr:

2004



Abstract:


Durch aktive Arbeitsmarktpolitik konnte die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen im Saarland deutlich gesenkt werden. Zurzeit laufen einige Modellprogramme, um die Situation noch weiter zu verbessern. Auch die Prävention gewinnt, nicht zuletzt unter demografischen und ökonomischen Gesichtspunkten, immer mehr an Bedeutung.

Im Saarland hat die Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen den niedrigsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten erreicht. Die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen wurde seit 1999 um rund 34 Prozent gesenkt - im Bundesdurchschnitt betrug die Reduktion nur rund acht Prozent. Ende September 2004 waren im Saarland rund 2.400 Schwerbehinderte arbeitslos. Dies ist nicht zuletzt der Tatsache zu verdanken, dass die Landesregierung an den bereits von der Vorgängerregierung eingeführten Programmen zur Beschäftigungsförderung festgehalten und diese darüber hinaus zielführend fortentwickelt hat. Gerade jetzt werden die zum Integrationspreis 'Chancen für alle im Arbeitsleben' eingereichten Vorschläge ausgewertet. Der Integrationspreis ist ein jährlicher Ideenwettbewerb, der in dieser Form bereits zum zweiten Mal durchgeführt wird.

Auch das Saarländische Schwerbehinderten-Sonderprogramm wird fortgesetzt. Die neu gefassten Richtlinien hierzu sind im Juli dieses Jahres verabschiedet worden. Seit Beginn des Programmes 1994 stehen zehn Millionen Euro als Fördergelder aus Mitteln der Ausgleichsabgabe zur Verfügung (für den Förderzeitraum 2004 bis 2006 allein 2, 3 Millionen Euro).

Kampagne JOBS OHNE BARRIEREN gibt neue Impulse
In Anbetracht der vielen Betriebe und Dienststellen, die noch immer ihrer Beschäftigungsverpflichtung nicht, beziehungsweise nicht im erforderlichen Maße nachkommen, sind allerdings weitere Anstrengungen notwendig und neue Ideen zur Beschäftigungsförderung gefragt. Die Arbeitskammer sieht hier im Rahmen der Kampagne 'Jobs ohne Barrieren', die das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung ins Leben gerufen hat, gute Chancen, neue Impulse im Rahmen von Projekten zu entwickeln. Mögliche Partner sind im Saarland, in dem ein bundesweit anerkanntes Netz institutioneller Hilfen für behinderte und schwerbehinderte Menschen zur Verfügung steht, leicht auszumachen. Eine weitere Herausforderung für die saarländische Landesregierung stellt auch der Übergang des Integrationsfachdienstes mit seinem Vermittlungsgeschäft in den Verantwortungsbereich des Integrationsamtes dar. Eine Verlautbarung des Justiz- und Sozialministers Josef Hecken (siehe Artikel 'Saarländische Landesregierung: Behinderte gehören in die Gesellschaft') gibt Anlass zu Optimismus.

Eine neue Idee und bundesweit ein einmaliges Modellprojekt, das im Juni dieses Jahres mit einer Laufzeit von fünf Jahren gestartet wurde, ist die 'Virtuelle Werkstatt' für seelisch behinderte Menschen. Damit werden neue Wege beschritten, einem Personenkreis berufliche Perspektiven zu eröffnen, der mit vielen Vorurteilen behaftet, in der Regel nicht als schwerbehindert anerkannt ist, aber in einem hohen Maß der persönlichen Unterstützung bedarf.

Integrationsbetriebe helfen in den allgemeinen Arbeitsmarkt
Ein weiterer Beitrag ist der TGOD - Technisch-Gewerbliches Outsourcing und Dienstleistungen GmbH, einem so genannten Integrationsbetrieb gewidmet. Integrationsbetriebe sind Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes, die sich besonders die Beschäftigung schwervermittelbarer schwerbehinderter Menschen zur Aufgabe machen und diese sowohl durch die Beschäftigung als auch begleitend in ihrer beruflichen Entwicklung unterstützen.

Für schwerbehinderte Menschen, die nicht, noch nicht oder noch nicht wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beschäftigt werden können, gibt es die Werkstätten für behinderte Menschen. Hier finden saarlandweit mehr als 2.800 behinderte Menschen Beschäftigung. Davon, dass diese Werkstätten sich zum Teil zu hoch technisierten Betriebsstätten entwickelt haben, die sich qualitativ und in der Ausstattung auf anerkannt hohem Niveau befinden und dabei auch ihrem rehabilitativen Auftrag gerecht werden, haben wir uns ebenfalls überzeugen können. Wir zeigen (siehe Artikel 'Behinderte im Arbeitsleben: Kümmern um berufliche und persönliche Reha'), wie das Werkstattzentrum für Behinderte Spiesen (WZB) arbeitet und wie das WZB dort mit einem Zentrum für Freizeit und Kommunikation mit einem Hotel als Integrationsbetrieb den Erfordernissen eines modernen und barrierefreien Kongress- und Veranstaltungswesens gerecht werden möchte.

Die Zeichen stehen auf Prävention. Prävention scheint die Lösung vieler Übel gleichzeitig zu sein. Ökonomisch soll sie die Arbeitskraft der älteren Arbeitnehmerschaft sicherstellen, die demografischen Folgen beim Arbeitskräfteeinsatz mildern, Unfall- und Krankheitsgeschehen zum Positiven wenden, vor Behinderungen schützen und nicht zuletzt das gesamte System der Sozialen Sicherung entlasten. Einige Aspekte wollen wir genauer beleuchten; insbesondere widmen wir uns den Auswirkungen der Änderungen im Schwerbehindertenrecht auf die betriebliche Prävention (siehe auch Artikel 'Novellierung des Behindertenrechts: Besser für Arbeitgeber').


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


arbeitnehmer - Zeitschrift der Arbeitskammer des Saarlandes
Homepage: https://www.arbeitskammer.de/publikationen/zeitschrift-arbei...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA2330


Informationsstand: 07.12.2004

in Literatur blättern