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Bibliographische Angaben zur Publikation

Das persönliche Budget: Ablösung des Sachleistungsprinzips durch das Geldleistungsprinzip?

Vortrag auf dem Fünfzehnten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 13. bis 15. März 2006 in Bayreuth



Autor/in:

Seiter, Hubert; Lohmann, E.


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2006, Sonderausgabe, Seite 319-320, Bad Homburg v. d. H.: wdv Gesellschaft für Medien und Kommunikation


Jahr:

2006



Abstract:


Die Rehabilitationslandschaft ist durch das SGB IX nachhaltig verändert worden. Bis zum 01.07.2001 war der Rehabilitationsträger der Souverän des Verfahrens und sämtliche Leistungen wurden komplett vorbereitet und durchorganisiert. Durch die Stärkung der Selbstbestimmungsrechte behinderter Menschen ist das bisherige Fürsorgeprinzip erheblich eingeschränkt worden und mit Inkrafttreten des SGB IX ist der Rehabilitand zum Herr des Verfahrens geworden.

Der Paradigmenwechsel wird vor allem durch das Persönliche Budget deutlich. Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation hat den Rehabilitationsträgern mit ihrer Handlungsempfehlung zugleich konkrete Hinweise zur Ausgestaltung des Verfahrens gegeben. Das persönliche Budget ist bis zum 31.12. 2007 eine Ermessensleistung, danach besteht darauf ein Rechtsanspruch. Alle Leistungen zur Teilhabe sind dann budgetfähig (§ 13 Absatz 1 Nummer 2 SGB VI). Somit gilt das Geldleistungsprinzip als gleichberechtigte Leistung neben dem bislang geltenden Sachleistungsprinzip.

Es wird der Wille des Gesetzgebers deutlich, zunehmend mehr Leistungen zur Teilhabe in Form eines persönlichen Budgets erbringen zu können. Die Rehabilitationsträger müssen sich neu orientieren, da dem Versicherten nicht nur ein hohes Maß an Motivation während einer Reha-Maßnahme abverlangt wird, sondern dieser vielmehr auch die Verantwortung für die Gesundheit und Erwerbsfähigkeit in die eigene Hand nimmt.

Eine Konsequenz ist der Bedarf einer anderen inneren Struktur der Rehabilitationsträger. Zudem ist auch die äußere Struktur der Rehabilitationsträger zu reformieren. Es werden regionale Rehabilitationsträger gefordert, die das persönliche Budget mit den Budgetnehmern und den anderen Rehabilitationsträgern abstimmen. Eine verstärkte Inanspruchnahme des persönlichen Budgets ergibt eine weitere Konsequenz für die Steuerung der Rehabilitation. Diese erfolgt nicht mehr dadurch, dass der Rehabilitationsträger als Einkäufer von Leistungen auftritt. Generell erfolgt die Steuerung der Rehabilitation über die Qualitätssicherung durch die Rehabilitationsträger.

Daraus ergibt sich allerdings, dass die Ergebnisse der Qualitätssicherung den Budgetnehmern gegenüber deutlich gemacht werden müssen. Hierin liegt eine Chance, Bürokratie zu minimieren und dadurch frei werdende finanzielle Mittel in selbstbestimmte Reha-Leistungen zu investieren.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '15. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Rehabilitation und Arbeitswelt - Herausforderungen und Strategien'




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/GL1372x66


Informationsstand: 16.06.2006

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