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Bibliographische Angaben zur Publikation

Café 3b: Erfahrungen mit Budgetberatung und Budgetassistenz


Autor/in:

Neuhöfer, Karin; Genabith, Ortrud van


Herausgeber/in:

Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V. (bvkm)


Quelle:

Das Band, 2006, 36. Jahrgang (Heft 6), Seite 20-21, Düsseldorf: Eigenverlag, ISSN: 0170-902X


Jahr:

2006



Abstract:


Das Café 3b, Beratungs- und Begegnungsstätte für Menschen mit Behinderungen, ihre Angehörigen und andere Interessierte, bietet im Rahmen der Modellregion Bielefeld zur Erprobung des trägerübergreifenden Persönlichen Budgets Beratung und Assistenz an. Karin Neuhöfer, Diplom-Sozialpädagogin und Peer Counselorin ISL, und Ortrud van Genabith, Diplom-Sozialarbeiterin, sind dort als Beraterinnen tätig.

Der Großteil der Beratungserfahrung der Autorinnen zum Persönlichen Budget bezieht sich auf Menschen mit psychischen Erkrankungen, die dort ambulant betreut werden. Neuhöfer und Genabith betonen, dass die Beratung vor der Antragstellung überaus wichtig ist.

Im Gespräch über Wünsche und Vorstellungen des Ratsuchenden werden wichtige Weichen für die spätere Umsetzung und das Gelingen gestellt werden. Der Ratsuchende erlebt zunehmend die selbst gewählten Ziele und Maßnahmen als eigenen, selbst bestimmten Weg der Teilhabe, den er sich selbst mit mehr oder weniger Unterstützung erarbeitet. Zugleich bietet die Budgetberatung auch Unterstützung bei der Kontaktaufnahme mit Diensten an.

Letzter Schritt vor der Antragstellung ist ein Gespräch mit dem Hilfeplaner/Bezugsmitarbeiter des Fachdienstes, der den zukünftigen Budgetnehmer betreut und mit dem er in dieser Modellregion auch weiterhin einen Teil seines Hilfebedarfs decken soll, was zuvor für die Modellregion festgelegt wurde. Das Persönliche Budget wird vom Hilfeplaner in den Hilfeplan eingearbeitet. Ist die Zielvereinbarung unterzeichnet und das Persönliche Budget genehmigt, so geht es an die Umsetzung.

Die Autorinnen haben zur besseren Übersicht von Einnahmen und Ausgaben zwei Haushaltsbögen entwickelt, wobei einer für den jeweiligen Bewilligungszeitraum, der andere jeweils für einen Monat gelte. Für ein Gelingen des Persönlichen Budgets scheint die Möglichkeit der Inanspruchnahme einer unabhängigen Beratungsstelle von Bedeutung zu sein. Dort können die Budgetnehmer in ihrer neuen Rolle als Kunden, Arbeitgeber und als Subjekte des Geschehens unterstützt werden. Auch die Koordination der Beteiligten des Hilfearrangements gehört dazu.

Im weiteren Verlauf gehen Neuhöfer und Genabith auf den besonderen Beratungsbedarf der Budgetnehmer ein. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Stärkung der Eigenverantwortung. Es wird aufgezeigt, wie die Unsicherheiten der Budgetnehmer aufgefangen werden können.

Die Verfasserinnen gehen auch der Frage nach, weshalb bisher meist nur Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen die Budgetberatung in Anspruch genommen haben. Um den Personenkreis zu erweitern, wurde mit der Beratung und Bildung Bethel zusammengearbeitet. Es wurde eine entsprechende Schulung jeweils an vier Abenden durchgeführt. Die dort gewonnenen Kenntnisse werden in das Konzept für die Budgetberatung einfließen.

Aus Sicht der Autorinnen muss das Ergebnis der Modellphase eine strukturelle Förderung unabhängiger Beratungsstellen und die Berücksichtigung nötiger Budgetassistenz bei der Bemessung des Persönlichen Budgets sein. Sodann kann sich das Persönliche Budget für einen Teil der Anspruchsberechtigten als gute Alternative zu den bisherigen Sachleistungen herausstellen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Das Band
Homepage: https://bvkm.de/ueber-uns/unsere-magazine/
***Zu beziehen über Bibliotheken oder den Buch- und Zeitschriftenhandel***



Referenznummer:

R/ZS0071/0011


Informationsstand: 03.04.2007

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