Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Lebensqualität und Depression bei Hörminderung

Eine deutsche Bedarfsanalyse



Autor/in:

Tretbar, K.; Basilowski, K.; Wiedmann, C. [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

HNO, 2019, Band 67 (Heft 1), Seite 36-44, Berlin, Heidelberg: Springer, ISSN: 0017-6192 (Print); 1433-0458 (Online)


Jahr:

2019



Abstract:


Hintergrund:

Hörbehinderungen können zu einer verminderten Lebensqualität führen und somit einen Vulnerabilitätsfaktor für psychische Störungen darstellen.

Ziel der Arbeit:

Diese Studie stellt die erste grundlegende Analyse subjektiver Lebensqualität und depressiver Symptome bei Hörbehinderung in Deutschland aus psychiatrischer Perspektive dar.

Material und Methoden:

Die Patientengruppe umfasste 30 hörbehinderte Probanden (27 Frauen, 3 Männer), die eine aktuelle oder vergangene psychische Erkrankung und/oder eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung vorwiesen (Alter: Mittelwert [M]?=?49,67 Jahre, Standardabweichung [SD]?=?13,54). Die Kontrollgruppe bestand aus 22 hörbehinderten Probanden (16 Frauen, 6 Männer), die weder eine psychische Störung noch eine dementsprechende Behandlung angaben (Alter M?=?52,41 Jahre, SD?=?17,30). Neben soziodemografischen Daten wurden der Beginn/Grad der Hörbehinderung sowie die Versorgung mit Hörsystemen erfasst. Testdiagnostisch wurden die subjektiv wahrgenommene Funktionsbeeinträchtigung (Sheehan Disability Scale [SDS]) und die gesundheitsbezogene Lebensqualität (Fragebogen zum Gesundheitszustand, SF-36) ermittelt. Zudem erfolgte eine Erhebung depressiver Symptome (Beck-Depressions-Inventar, BDI-II).

Ergebnisse:

Die Gruppen unterschieden sich nicht signifikant bzgl. Alter, Geschlecht und Intelligenz. Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Patientengruppe wiesen eine signifikant höhere subjektive Beeinträchtigung, niedrigere Lebensqualität und stärkere depressive Symptome auf. Als potenzielle Vulnerabilitätsfaktoren auf seelische Gesundheit innerhalb dieser Gruppe erscheinen insbesondere das Ausmaß der Invasivität der Hörhilfe (das heißt Cochlea-Implantat) sowie Entwicklungszeitpunkt der Hörminderung (postlingual) plausibel.

Schlussfolgerung:

Die Ergebnisse dieser Studie bedeuten für die Behandlerinnen und Behandler, dass diese neben einer qualitativ hochwertigen akustischen Versorgung die psychosoziale Behandlungsbedürftigkeit der psychischen Folgen, bedingt durch den Verlust der Lebensqualität, kontinuierlich prüfen sollten.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


HNO
Homepage: https://link.springer.com/journal/106
***Zu beziehen über Bibliotheken oder den Buch- und Zeitschriftenhandel***



Referenznummer:

R/ZA8818


Informationsstand: 10.04.2019

in Literatur blättern