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Dokumentart(en): Zeitschriftenbeitrag Forschungsergebnis Online-Publikation
Titel der Veröffentlichung: Coaching bei Erschöpfung und Überarbeitungsgefühlen

Bibliographische Angaben

Autor/in:

Werk, Lilly Paulin; Muschalla, Beate

Herausgeber/in:

k. A.

Quelle:

ASU, 2022, 57. Jahrgang (Heft 9), Seite 578-582, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052

Jahr:

2022

Der Text ist von:
Werk, Lilly Paulin; Muschalla, Beate

Der Text steht in der Zeitschrift:
ASU, 57. Jahrgang (Heft 9), Seite 578-582

Den Text gibt es seit:
2022

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Inhaltliche Angaben

Beschreibung:

Das steht in dem Text:

Einleitung:

Erschöpfungssymptome können Teil einer psychischen Erkrankung sein, aber auch bei psychisch gesunden Menschen als Reaktion auf Arbeitsüberlastung vorkommen. Es wurde ein arbeitsbezogenes Kurzcoaching mit Beschäftigten verschiedener Branchen durchgeführt und die Coaching-Themen und -Verläufe von psychisch gesunden und erkrankten Teilnehmer:innen verglichen.

Methode:

Es wurden 110 Coachings mit jeweils drei Sitzungen von einer Verhaltenstherapeutin mit rehabilitations- und sozialmedizinischer Erfahrung durchgeführt. 64 Teilnehmende berichteten Erschöpfung ohne psychische Vor- oder Begleiterkrankungen, 46 Teilnehmenden hatten psychische Erkrankungen über die Lebensspanne. Die Coaching-Themen wurden anhand einer Taxonomie arbeitsbezogener Stressoren kategorisiert. Zwei Falldarstellungen prototypischer Coaching-Verläufe von psychisch gesunden und erkrankten Teilnehmerinnen werden zur Illustration berichtet.

Ergebnisse:

Psychisch gesunde Teilnehmende schilderten am häufigsten Themen der sozialen Interaktion (31 Prozent), Arbeitsmenge (25 Prozent) und Rollenstress (13 Prozent). Psychisch erkrankte Teilnehmende beschrieben Probleme mit sozialen Interaktionen (39 Prozent), Arbeitsmenge (13 Prozent), Berufslaufbahn (13 Prozent) und Arbeitsbedingungen (13 Prozent). In den Coaching-Verläufen stand bei gesunden Teilnehmenden häufig die Bewältigung der Arbeitsmenge durch Verbesserung der eigenen Strukturierung im Fokus, wohingegen bei vielen Teilnehmenden mit psychischen Erkrankungen eine Versorgungskoordination vordergründig war.

Schlussfolgerungen:

Arbeitsbezogene Coachings können als Kurzinterven­tion bei Erschöpfung und Überlastungsgefühlen im Sinne einer inhaltlichen Impulsgebung und Weichenstellung eingesetzt werden, benötigen für psychisch gesunde und erkrankte Teilnehmende aber verschiedene thematische Ausrichtungen und Techniken. Fachwissen über den Zusammenhang von arbeitsbezogener Erschöpfung und psychischen Erkrankungen wird benötigt, um eine hinreichende Diagnostik und eine zielorientierte Coaching-Durchführung zu gewährleisten.

Wo bekommen Sie den Text?

Arbeitsmedizin, Sozialmedizin, Umweltmedizin: ASU
Zeitschrift für medizinische Prävention
https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Weitere Informationen zur Veröffentlichung

Arbeitsmedizin, Sozialmedizin, Umweltmedizin: ASU
Zeitschrift für medizinische Prävention
https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.

Coaching for exhaustion and feelings of overload

Introduction:
Symptoms of exhaustion can be part of a mental disorder, but can also arise in mentally healthy people as a reaction to work overload. Work-related coaching sessions were undertaken with employees in various sectors, and the coaching topics and processes for mentally healthy and ill participants were compared.

Methods:
A total of 110 coaching courses of three sessions were conducted by a behaviour therapist experienced in rehabilitation and social medicine. 64 participants reported exhaustion without pre-existing or accom­panying mental disorders, while 46 participants had lifelong mental disorders. Coaching topics were categorized using a taxonomy of work-related stressors, and two case studies of prototypical coaching processes for mentally healthy and ill participants are qualitatively contrasted.

Results:
Mentally healthy participants most frequently desired help with social interaction problems (31 percent), work overload (25 percent), and role stress (13 percent). Mentally ill participants reported problems with social inter­action (39 percent), work overload (13 percent), careers (13 percent), and working conditions (13percent). In the coaching processes, healthy participants often focused on coping with workload by improving their own work structuring, whereas participants with mental disorders in many cases needed treatment coordination.

Conclusions:
Work-related coaching can be used as an intervention for exhaustion and feelings of overload, but requires different topics and techniques for mentally healthy and mentally ill participants. Expertise in mental disorders and different types of work-related exhaustion is needed to ensure adequacy of diagnosis, coaching aims and content.

Referenznummer:

R/ZS0026/0525

Informationsstand: 22.12.2022