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Dokumentart(en): Zeitschriftenbeitrag
Titel der Veröffentlichung: Fatigue bei Multipler Sklerose

Neues und Altbekanntes

Bibliographische Angaben

Autor/in:

Penner, Iris-Katharina

Herausgeber/in:

Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. (DMSG)

Quelle:

AKTIV, 2022, Nummer 276 (Heft 3), Seite 20-23, Lautertal-Beedenkirchen: Gerhards, ISSN: 0949-622X

Jahr:

2022

Der Text ist von:
Penner, Iris-Katharina

Der Text steht in der Zeitschrift:
AKTIV, Nummer 276 (Heft 3), Seite 20-23

Den Text gibt es seit:
2022

Inhaltliche Angaben

Beschreibung:

Das steht in dem Text:

Fatigue ist ein Begriff, der aus dem Französischen stammt und übersetzt "Müdigkeit" bedeutet. Mit normaler Müdigkeit hat aber das Symptom "Fatigue", welches bei verschiedenen Grunderkrankungen auftritt, wenig zu tun. Fatigue als Symptom beschreibt ein überwältigendes Gefühl der Erschöpfung, das meist plötzlich und ohne nachvollziehbare Ursache auftritt. Dabei kann ausreichender Schlaf keine Linderung verschaffen. Fatigue kann sich kognitiv (geistig), motorisch (körperlich) oder in einer Mischung aus beidem ausdrücken.

Es gilt als gesichert, dass Fatigue sich stark negativ auf den Lebensalltag betroffener Menschen auswirkt. Die Arbeitsfähigkeit und die Teilhabe am normalen Leben können dadurch stark eingeschränkt werden. Entsprechend groß ist der Leidensdruck der Betroffenen, die häufig auf Unverständnis stoßen oder gar als Simulant:innen hingestellt werden.

Die Ursachen sind bislang nicht hinreichend geklärt und in der Wissenschaft zählt Fatigue wohl zu einem der am wenigsten verstandenen Symptome überhaupt. Dabei ist das Symptom als solches nicht neu. Ende des 19. Jahrhunderts wurde es unter dem medizinischen Begriff der "Neurasthenie" geführt. Damals ging man davon aus, dass die Neurasthenie aus einer nervlichen Erschöpfung heraus resultiere, die durch äußere und innere Stressoren hervorgerufen werde. Ein geschwächtes Nervensystem wurde damals als Ursache angenommen, einen wissenschaftlichen Beweis dafür gab es aber nicht.

Schauen wir uns heute verschiedene Krankheitsbilder an, in deren Zusammenhang das Auftreten einer Fatigue gehäuft berichtet wird (Multiple Sklerose, Rheumatoide Arthritis, Systemischer Lupus erythematosus, Tumorerkrankungen, Schlaganfall, Morbus Parkinson, ALS, und wie jetzt jüngst das Post-COVID-Syndrom), so fällt ein gemeinsames Element auf: die Entzündung (Inflammation). Im Rahmen entzündlicher Prozesse werden proinflammatorische Zytokine ausgeschüttet (IL-1, IL-6, TNF-a, IFN-y), die zu Veränderungen von Nervenzellaktivität in bestimmten Hirnregionen führen können.

Aus diesen Veränderungen kann das subjektive Gefühl der Erschöpfung erwachsen. Dies erklärt zum Beispiel, warum man im Rahmen einer Influenza-Grippe auch Fatigue erlebt, nur mit dem Unterschied, dass diese nach durchgestandener Infektion vollständig zurückgeht. Die Entzündung ist aber nur eine von vielen Ursachen, die derzeit diskutiert werden, weswegen man die Fatigue auch als "multikausales" Geschehen bezeichnet.

In diesem Geschehen spielen zum Beispiel auch Faktoren, wie die genetische Prädisposition, Umweltfaktoren, psychologische/psychiatrische Faktoren, Medikamente, Schlafqualität, Anämie, Schilddrüsenfehlfunktion, Niereninsuffizienz aber auch strukturelle Veränderungen im zentralen Nervensystem (ZNS) eine Rolle.

Wo bekommen Sie den Text?

Zeitschrift aktiv
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Weitere Informationen zur Veröffentlichung

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Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.

Referenznummer:

R/ZS0106/0064

Informationsstand: 04.01.2023