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Dokumentart(en): Sammelwerksbeitrag Forschungsergebnis Online-Publikation
Titel der Veröffentlichung: Diagnostik von Ressourcen bei Rehabilitanden: Validierung des Fragebogens DiaRes in der medizinischen Rehabilitation

Vortrag auf dem 23. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 10. bis 12. März 2014 Karlsruhe

Obertitel:

Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation

Autor/in:

Dieckmann, Linda; Hinrichs, Heike; Engbrink, S. [u. a.]

Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)

Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2014, Seite 141-143

Jahr:

2014

Der Text ist von:
Dieckmann, Linda; Hinrichs, Heike; Engbrink, S. [u. a.]

Den Text gibt es seit:
2014

Online-Publikation anzeigen (in: Reha-Kolloquium 2014) (PDF | 3,1 MB)

Beschreibung:

Das steht in dem Text:

Hintergrund:

Die International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) sowie das daraus abgeleitete Theoriemodell der Rehabilitation räumen den persönlichen Ressourcen einen zentralen Stellenwert im Reha-Geschehen ein, diese sind jedoch aufgrund eines fehlenden Konsens nicht näher spezifiziert. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Beachtung von Ressourcen in der medizinischen Versorgung wurde im Rahmen des Projektes ein Fragebogen entwickelt, der die speziell im Rehabilitationssetting relevanten Ressourcen operationalisiert und ökonomisch erfasst. Dazu wurden 36 ressourcenorientierte Interviews mit Rehabilitanden geführt und inhaltsanalytisch ausgewertet. Dabei konnte eine Vielzahl von Ressourcen identifiziert werden, die von den Probanden in unterschiedlichen Lebensbereichen hilfreich erlebt wurden. Mithilfe dieses generischen Ansatzes wurde eine erste Version eines Fragebogens entwickelt und im Feld erprobt. Nach item- und faktorenanalytischen Auswertungen und durch Konzentration auf die subjektiv hilfreichsten Ressourcen (Selbsteinschätzung des Rehabilitanden) enthält die aktuelle Version des DiaRes (Diagnostik von Ressourcen) 66 Items.

Es konnten 2 Hauptfaktoren extrahiert werden: Der erste umfasst inhaltlich psychische Ressourcen, die sich weiter in sieben Subfaktoren aufteilen lassen: Positive Einstellung; Externale Stabilisierung; Geselligkeit; Aktives Problemlösen; Positive Aktivitäten; Selbstfürsorge; Selbstwerterleben. Der zweite Faktor bildet inhaltlich psychosoziale Ressourcen ab, die sich in zwei Subfaktoren untergliedern: Partnerschaft; Soziale Unterstützung. In der aktuellen Studie soll dieser Fragebogen validiert werden.

Methode:

Zur Validierung werden neben dem DiaRes-Bogen verschiedene Skalen bereits gut etablierter Instrumente, die ähnliche Konstrukte messen, in verschiedenen Rehabilitationskliniken eingesetzt, zum Beispiel der Hamburger Selbstfürsorgebogen und Skalen aus dem Freiburger Fragebogen zur Krankheitsverarbeitung etcetera. Die faktorielle Validität des DiaRes soll durch Strukturgleichungsmodellierung überprüft werden. Neben psychometrischen Analysen wird auch die Veränderungssensitivität des Instrumentes über ein prä-post-Design untersucht, wobei der Fragenbogen zu Beginn der Reha-Behandlung und kurz vor Entlassung des Rehabilitanden ausgefüllt wird.

Ergebnisse:

Durch konstruktive Kooperationen mit Kliniken ist es gelungen, einen Datensatz von N=376 zum 1. Messzeitpunkt (MZP) (Reha-Beginn) und N=262 zum 2. Messzeitpunkt (Reha-Entlassung) zu erreichen. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 45 Prozent zum 1. MZP und 42 Prozent zum 2. MZP. Die Stichprobe setzt sich nach Indikationsgebieten wie folgt zusammen: 14 Prozent Kardiologie, 42 Prozent Psychosomatik, 9 Prozent Orthopädie, 26 Prozent Onkologie sowie 10 Prozent ohne Angabe. Der Altersdurchschnitt liegt bei fast 54 Jahren (SD=8 J., Min=25, Max=85, N=368); knapp 52 Prozent sind Frauen. Aufgrund des großen Stichprobenumfangs können die geplanten Analysen durchgeführt werden.

Diskussion und Ausblick:

Mit dem DiaRes ist ein Instrument zur Identifizierung von persönlichen und psychosozialen Ressourcenfeldern entstanden, welche von Rehabilitanden als subjektiv bedeutsam erlebt werden. Die Erkenntnisse, die mithilfe des DiaRes erlangt werden, können insbesondere praktische Implikationen für Rehabilitationskliniken enthalten. Vor allem unter Berücksichtigung der noch vorherrschenden Defizitorientierung in der medizinischen Versorgung kann ein solches Instrument helfen, die trotz Gesundheitsschadens vorhandenen Stärken des Rehabilitanden ökonomisch und individuell zu erkennen, um diese während der Behandlung entsprechend berücksichtigen und fördern zu können. Zudem kann vermutet werden, dass durch die inhaltliche Beschäftigung mit den eigenen Ressourcen bereits deren Aktivierung beginnt. So gab rund die Hälfte der oben genannte Stichprobe an, sich durch den Fragebogen an Fähigkeiten, Stärken etcetera erinnert zu fühlen, die sie schon fast vergessen hätten. Der Einsatz des DiaRes zu Beginn und Ende der Behandlung könnte darüber hinaus wichtige Erkenntnisse im Sinne der Evaluation der Ressourcenaktivierung beziehungsweise -wiedererlangung durch die Rehabilitationsbehandlung bringen.

Wo bekommen Sie den Text?

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

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Referenznummer:

R/NV362250

Informationsstand: 29.12.2022