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Dokumentart(en): Zeitschriftenbeitrag Forschungsergebnis Online-Publikation
Titel der Veröffentlichung: Verbreitung und Bedingungen von betrieblichen Maßnahmen zum Umgang mit Mobbing in Deutschland

Ergebnisse der ESENER-3

Autor/in:

Rauls, J.; Buchallik, F.; Zimmer, A.. [u. a.]

Herausgeber/in:

k. A.

Quelle:

Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie, 2025, 75(01), Seite 1-9, Berlin, Heidelberg: Springer, ISSN: 0944-2502, eISSN: 2198-0713

Jahr:

2025

Der Text ist von:
Rauls, J.; Buchallik, F.; Zimmer, A.. [u. a.]

Der Text steht in der Zeitschrift:
Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie, 75(01), Seite 1-9

Den Text gibt es seit:
2025

Online-Publikation anzeigen (DOI: 10.1007/s40664-024-00550-3)

Beschreibung:

Das steht in dem Text:

Hintergrund:

Mobbing im Betrieb stellt einen erheblichen Risikofaktor für die Gesundheit von betroffenen Beschäftigten dar. Durch das Arbeitsschutzgesetz ist der Arbeitgeber verpflichtet, Maßnahmen zur Gefährdungsvermeidung zu ergreifen. Wesentlich hierfür ist die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung. Im Beitrag wird untersucht, wie hoch der Anteil der Betriebe in Deutschland ist, die Verfahren zum Umgang mit möglichen Fällen von Mobbing ergriffen haben, und inwieweit hierfür die Umsetzung von Gefährdungsbeurteilungen prädiktiv ist.

Daten und Methoden:

Die Analysen erfolgen auf Grundlage der Daten der deutschen Stichprobe des 2019 durchgeführten European Survey of Enterprises on New and Emerging Risks (ESENER 3, n = 1234 Betriebe mit mind. 20 Beschäftigten). Neben deskriptiven Analysen werden logistische Regressionsanalysen zur Untersuchung der in Frage stehenden Zusammenhänge durchgeführt.

Ergebnisse:

Verfahren für den Umgang mit Mobbing oder Belästigung sind in 38 % der Betriebe in Deutschland vorhanden; seltener in kleinen Betrieben (31 Prozent) und überdurchschnittlich häufig in großen Unternehmen (69 Prozent) sowie in Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens (54 Prozent). Zwar sind Verfahren zum Umgang mit Mobbing in Betrieben, in denen Gefährdungsbeurteilungen vorliegen, häufiger vorhanden als in Betrieben, in denen dies nicht der Fall ist. Unter statistischer Kontrolle der Einflüsse von Betriebsgröße und Wirtschaftszweig sowie weiterer Aspekte der Arbeitsschutzorganisation zeigen sich diesbezüglich allerdings keine signifikanten Zusammenhänge. Dagegen ist die Chance für das Vorhandensein von Verfahren zum Umgang mit Mobbing signifikant erhöht in Betrieben, in denen ein Betriebs- bzw. Personalrat vorhanden ist (OR = 2,04 [KI 1,53–2,71]) und in denen Beratung durch einen Psychologen beziehungsweise eine Psychologin in Anspruch genommen wird (OR = 3,38 [KI 2,47–4,63]).

Schlussfolgerung:

Maßnahmen zur Vermeidung von Gefährdungen durch Mobbing am Arbeitsplatz fehlen vielerorts und scheinen bislang noch keine systematische Berücksichtigung in Gefährdungsbeurteilungen zu finden. Die Ergebnisse zeigen, dass ein Teil der Betriebe bereits Verfahren im Umgang mit Mobbing etabliert hat, aber noch weitergehende Anstrengungen nötig sind, um eine systematische Berücksichtigung von Mobbing im Arbeitsschutz zu gewährleisten.

Wo bekommen Sie den Text?

Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie
https://link.springer.com/journal/40664

Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie
https://link.springer.com/journal/40664

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an eine Bibliothek, die Herausgebenden, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.

Prevalence and conditions of workplace measures to deal with bullying in Germany

Findings from ESENER-3

Background:

Bullying in the workplace is considered a significant risk factor for the health of affected employees. The Occupational Health and Safety Act obliges employers to take measures to prevent psychosocial hazards. An essential part of this is carrying out a workplace risk assessment. This article examines the proportion of companies in Germany that have implemented procedures to deal with possible cases of bullying and the extent to which the implementation of workplace risk assessments is predictive for this.

Data and Methods:

The analyses are based on data from the German sample of the 2019 European Survey of Enterprises on New and Emerging Risks (ESENER‑3, n = 1234 companies with at least 20 employees). In addition to descriptive analyses, logistic regression analyses are carried out to investigate the relationships of interest.

Results:

Procedures for dealing with bullying or harassment are in place in 38% of the included German companies; less frequently in small companies (31%) and more frequently than average in large companies (69%) as well as in the health and social care sector (54%). In fact, procedures for dealing with bullying are more common in companies where risk assessments are available than in companies where this is not the case; however, further multivariable analysis adjusting for company size and economic sector did not yield statistically significant results for this respective relationship. In contrast, the chances of having procedures in place to deal with bullying are significantly higher in companies having a works council (odds ratio, OR = 2.04, CI: 1.53–2.71) or engaging a psychologist (OR = 3.38, CI: 2.47–4.63).

Conclusion:

In many companies measures to prevent workplace bullying hazards are still missing and do not yet appear to be systematically taken into account in workplace risk assessments. Further efforts are needed to ensure a systematic consideration of bullying in occupational health and safety.

Referenznummer:

R/ZS0064/0252

Informationsstand: 31.03.2025