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Dokumentart(en): Zeitschriftenbeitrag Forschungsergebnis Online-Publikation
Titel der Veröffentlichung: Berufsbedingte Infektionskrankheiten bei Beschäftigten im Gesundheitsdienst 2023

Routinedaten der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege

Autor/in:

Dulon, Madeleine; Stranzinger, Johanna; Wendeler, Dana [u. a.]

Herausgeber/in:

k. A.

Quelle:

Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie, 2025, 75(05), Seite 211-221, Berlin, Heidelberg: Springer, ISSN: 0944-2502, eISSN: 2198-0713

Jahr:

2025

Der Text ist von:
Dulon, Madeleine; Stranzinger, Johanna; Wendeler, Dana [u. a.]

Der Text steht in der Zeitschrift:
Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie, 75(05), Seite 211-221

Den Text gibt es seit:
2025

Online-Publikation anzeigen (DOI: 10.1007/s40664-025-00579-y)

Beschreibung:

Das steht in dem Text:

Einführung

Für Beschäftigte im Gesundheitsdienst besteht bei der Pflege von infektiösen Erkrankten ein erhöhtes Infektionsrisiko. Zur Abschätzung der Häufigkeit von berufsbedingten Infektionen eignen sich die Routinedaten der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW).

Methoden

Die Auswertung bezieht sich auf gemeldete und als Berufskrankheit (BK) nach BK-Nr. 3101 anerkannte Fälle, die zwischen 2018 und 2023 bei der BGW erfasst wurden. Fälle mit schwangerschaftsrelevanten Erregern werden als separate Stichprobe ausgewertet. Für Fälle mit COVID-19 werden die Merkmale Hospitalisierung, Reha-Management und Todesfälle getrennt nach Erkrankungsjahr, Geschlecht und Alter ausgewertet. Es werden absolute und relative Häufigkeiten berichtet.

Ergebnisse

Im Berichtsjahr 2023 wurde in 43.540 Fällen die Infektionskrankheit als Berufskrankheit anerkannt. Bei Infektionen mit schwangerschaftsrelevanten Erregern (ohne SARS-CoV-2) betraf dies 80 Fälle. Seit 2020 machen COVID-19-Infektionen den größten Anteil am BK-Geschehen aus. Latente Tuberkuloseinfektionen sind rückläufig, aber berufsbedingt im Gesundheitswesen noch relevant. Blutübertragbare Hepatitis-Infektionen stellen nur noch sporadische Ereignisse dar. Skabies betrifft insbesondere die Altenpflege. Die höchsten Anteile für Hospitalisierung, Reha-Management und tödlichen Krankheitsverlauf finden sich unter den in 2020 und 2021 an COVID-19 Erkrankten. Schwere Krankheitsverläufe nach COVID-19 sind bei über 50-Jährigen am häufigsten. Tödliche Krankheitsverläufe nach COVID-19 waren in 2020 und 2021 bei Männern häufiger als bei Frauen.

Diskussion

Bei den berufsbedingten Infektionserkrankungen setzt sich der rückläufige Trend fort. Krankheitsverläufe nach COVID-19 lassen sich auf Basis der Routinedaten für Hospitalisierung und Reha-Management abbilden.

Wo bekommen Sie den Text?

Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie
https://link.springer.com/journal/40664

Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie
https://link.springer.com/journal/40664

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an eine Bibliothek, die Herausgebenden, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.

Occupational infectious diseases in healthcare workers 2023

Claims data from the Institution for Statutory Accident Insurance and Prevention in the Health and Welfare Services

Introduction

Health service employees are exposed to an increased risk of infection in the care of patients with infectious diseases. The frequency of occupational infections can be assessed from routine data of the Institution for Statutory Accident Insurance and Prevention in the Health and Welfare Services (BGW).

Methods

The evaluation is based on cases reported to the BGW between 2018 and 2023 and on cases recognized as an occupational disease (BK) according to BK no. 3101. Cases with pregnancy-related pathogens are analyzed as a separate sample. For cases with COVID-19, the characteristics hospitalization, rehabilitation management and deaths are analyzed by year of disease, gender and age. Absolute and relative frequencies are reported.

Results

For the year 2023, the infectious disease was recognized as an occupational disease in 43,540 cases. In the case of infections with pathogens relevant to pregnancy (excluding SARS-CoV-2), this related to 80 cases. Since 2020, COVID-19 infections have made the greatest contribution to occupational diseases. Latent tuberculosis infections are decreasing but are still relevant in the healthcare sector. Blood-borne hepatitis infections are only sporadic events. Scabies is relevant in geriatric care. The highest rates of hospitalization, rehabilitation and mortality are found in 2020 and 2021. Severe clinical courses after COVID-19 were most frequent among those over the age of 50 years. Mortality after COVID-19 was greater for men than for women in 2020 and 2021.

Discussion

The downward trend for occupational infectious diseases is continuing. Hospitalization and rehabilitation after COVID-19 can be portrayed on the basis of routine data.

Referenznummer:

R/ZS0064/0261

Informationsstand: 20.10.2025