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Dokumentart(en): Zeitschriftenbeitrag
Titel der Veröffentlichung: PTBS als Berufskrankheit im Rettungsdienst

Autor/in:

Widder, Bernhard

Herausgeber/in:

k. A.

Quelle:

Der Medizinische Sachverständige (MedSach), 2024, 121(04), Seite 160-170, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0025-8490 (Linking)

Jahr:

2024

Der Text ist von:
Widder, Bernhard

Der Text steht in der Zeitschrift:
Der Medizinische Sachverständige (MedSach), 121(04), Seite 160-170

Den Text gibt es seit:
2024

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Beschreibung:

Das steht in dem Text:

Mitarbeitende im Rettungsdienst sowie „first responder“ jeder Art, letztlich jedoch auch die überwiegende Zahl medizinischer und pflegerischer Fachkräfte, sind berufsbedingt häufig mit Tod und schweren Verletzungen oder Krankheiten konfrontiert. Streitig ist derzeit die Frage, ob hierbei auch niederschwellige nicht-traumatisierende Ereignisse in der Kumulation zu posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) führen und damit eine entschädigungspflichtige (Wie)-Berufskrankheit begründen können.

Hierzu liegt ein Urteil des Bundessozialgerichts vor, das Bezug auf eine aktuelle Metaanalyse der Literatur nimmt. In der Detailanalyse zeigt sich allerdings, dass die beschriebenen PTBS-Prävalenzen sich auf divergierende Zeiträume beziehen, in erheblichem Umfang invers zur Größe der untersuchten Kollektive korrelieren und davon abhängen, ob die Daten mittels Fragebogen oder im Rahmen eines persönlichen Interviews erhoben wurden.

Auch ergeben sich Hinweise darauf, dass konkurrierenden Faktoren wie schwierigen Arbeitsbedingungen eine vergleichbare Bedeutung zukommt wie belastenden beruflichen Erlebnissen. Dem Schluss der Metaanalyse, wonach Mitarbeitende im Rettungsdienst ein annähernd sieben-fach erhöhtes PTBS-Risiko im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung aufweisen, kann derzeit nicht gefolgt werden.

Wo bekommen Sie den Text?

MedSach - Zeitschrift für medizinische Sachverständige
Titel bis einschließlich 2025: Der Medizinische Sachverständige (MedSach)
https://www.medsach.de

MedSach - Zeitschrift für medizinische Sachverständige
Titel bis einschließlich 2025: Der Medizinische Sachverständige (MedSach)
https://www.medsach.de

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PTSD as an occupational disease in emergency medical services

Employees in the emergency medical services and other first responders of any kind, but also the majority of medical and nursing professionals, are frequently confronted with death and serious injuries or illnesses in the course of their work. Therefore, the question arises as to whether even low-threshold non-traumatic events can cumulatively lead to post-traumatic stress disorder (PTSD) and thus be comparable to an occupational disease establishing an entitlement to compensation.

The German Federal Social Court has issued a ruling on this matter which refers to a recent meta-analysis of the literature. However, detailed analysis shows that the PTSD prevalences rates described refer to different time periods, to a considerable extent correlate inversely to the size of the study group and depend on whether the data was collected via questionnaire or personal interview. There are also indications that competing factors such as difficult working conditions are of comparable importance to stressful occupational experiences. The conclusion of the meta-analysis, according to which emergency medical Service employees have an almost seven-fold increased risk of PTSD compared to the general population, cannot be supported.

Referenznummer:

R/ZS0151/0303

Informationsstand: 14.07.2025