Trotz neuer Instrumente hat sich die Beschäftigungssituation für behinderte Menschen nicht positiv entwickelt. Im Gegenteil: nach dem Auftrieb, der von der Kampagne 50.000 Jobs für behinderte Menschen ausging, ist die Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen wieder deutlich angestiegen. Von der schwierigen wirtschaftlichen Lage sind schwerbehinderte Menschen ebenso betroffen wie nicht behinderte Beschäftigte.Wenn man allerdings bedenkt, dass schwerbehinderte Menschen viel länger arbeitslos bleiben als nicht behinderte Menschen, kann man nachvollziehen, dass sie letzten Endes doch stärker von Arbeitslosigkeit betroffen sind.
Die Entwicklung bestimmt auch die Arbeit des Integrationsamtes und der örtlichen Fürsorgestellen: um mehr als 20 Prozent ist die Zahl der Anträge auf Zustimmung zur Kündigung eines schwerbehinderten Beschäftigten/ einer schwerbehinderten Beschäftigten gestiegen. In der Mehrzahl der Fälle geht es vom Kündigungsgrund her um Betriebsschließungen, um Insolvenzen. Möglichkeiten, diese Kündigungen abzuwenden, gibt es in diesen Fällen für das Integrationsamt leider keine.
Die spürbar gestiegenen Anzahl von Anträgen auf Zustimmung zur Kündigung stehen erfreulicherweise viele finanzielle Förderungen von Arbeitgebern und behinderten Menschen gegenüber. Hier geht es um die Schaffung von Arbeitsplätzen beziehungsweise den Erhalt und die Sicherung von Arbeitsplätzen. Eine bemerkenswerte Entwicklung zeigt das immer noch relativ neue Instrument der „notwendigen Arbeitsassistenz". Mit dieser Leistung ist es gelungen, behinderten Menschen zu einem Arbeitsplatz zu verhelfen,die ohne diese Unterstützung aufgrund der Schwere ihrer Behinderung den Sprung ins Arbeitsleben nicht geschafft hätten. Es handelt sich dabei in vielen Fällen um junge behinderte Menschen mit einer sehr guten Qualifikation.
Ebenso erfreulich ist die Förderung von Integrationsunternehmen. Entstanden sind bis heute 25 Integrationsunternehmen mit 516 Beschäftigten,davon 262 schwerbehinderte Menschen.
Der Bericht stellt dar, was vom Integrationsamt und von den örtlichen Fürsorgestellen auf diesem schwierigen Aufgabenfeld geleistet wurde und welche Fortschritte gerade mit den neuen Instrumenten erzielt wurden. Gleichzeitig gibt der Bericht einen Einblick in die Arbeitsschwerpunkte des Integrationsamtes.
Ob sich das Jahr 2004 als ein besseres Jahr entwickelt, bleibt abzuwarten. In jedem Fall werden das Integrationsamt und die örtlichen Fürsorgestellen die Möglichkeiten der Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen schwerbehinderter Menschen offensiv einsetzen und diese wie deren Arbeitgeber engagiert unterstützen.
[Aus: Vorwort]