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Dokumentart(en): Zeitschriftenbeitrag
Titel der Veröffentlichung: Behinderte junge Menschen: Chancen durch Ausbildung und Qualifizierung

Bibliographische Angaben

Autor/in:

k. A.

Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH)

Quelle:

ZB Zeitschrift: Behinderte Menschen im Beruf, 2004, Heft 1, Seite 10-15, Wiesbaden: Universum, ISSN: 1433-4070

Jahr:

2004

Der Text ist von:
Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH)

Der Text steht in der Zeitschrift:
ZB Zeitschrift: Behinderte Menschen im Beruf, Heft 1, Seite 10-15

Den Text gibt es seit:
2004

Inhaltliche Angaben

Abstract:

Das steht in dem Text:

Um auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, sind qualifizierte berufliche Tätigkeiten eine wichtige Voraussetzung für behinderte Menschen.

Der Artikel ist in drei Unterpunkte gegliedert:
1) Verschiedene Ausbildungswege und Qualifizierungsmodelle für den allgemeinen Arbeitsmarkt.
2) Der Rewe-Konzern qualifiziert und integriert Schritt für Schritt
3) Beispiele aus der Praxis

zu 1) Um auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt dauerhaft beschäftigt zu werden, ist bei der derzeitigen Arbeitsmarktsituation ein schulischer Abschluss oder eine berufliche Ausbildung eine nahezu absolute Notwendigkeit. Besonders schwerbehinderte Menschen werden hierbei nicht beachtet oder falsch eingeschätzt. Daher ist ein Gesetz entworfen worden, dass die Ausbildung und Beschäftigung schwerbehinderter Menschen fördern soll.

Möglichkeiten der Ausbildung und Beschäftigung sind wie folgt angeführt:

- Ausbildung
Nach § 25 Berufsbildungsgesetz ist eine modularer Aufbau der Ausbildungsgänge vorgesehen, der auch Teilabschlüsse in anerkannten Ausbildungsberufen zulässt. Hierdurch soll das vorhandene Ausbildungsangebot für behinderte Menschen stärker geöffnet werden und zudem die Flexibilität erhöht werden.
Nach § 48 Berufsbildungsgesetz und § 42 Handwerksordnung sieht eine Ausbildung nach besonderen Ausbildungsregeln vor um die berufliche Integration zu unterstützen. Diese kann mit der zuständigen Kammer vereinbart werden. Die Berufsausbildungen könnten demnach beispielsweise theoriereduziert und eher praxisbezogen sein.

- Beschäftigung
Durch Förderlehrgänge können behinderte Menschen an einem konkreten Arbeitsplatz qualifiziert werden, falls sie weder eine Berufsausbildung noch eine Ausbildung nach besonderen Regelungen absolvieren können.
Die Finanzierung erfolgt durch die Arbeitsverwaltung. Üblicherweise werden die Förderlehrgänge als außerbetriebliche Maßnahme angeboten; die Praxis zeigt allerdings, dass dies effektiv und geeignet ist für die Integration in den Arbeitsamt.

Trainingsmaßnahmen können bei der Vorbereitung auf eine spätere Ausbildung hilfreich sein; hierbei kann die Ausbildungsfähigkeit oder konkrete Einsatzmöglichkeiten im Betrieb erprobt werden. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass Training und die konstante Verfügbarkeit von Arbeitstugenden von entscheidender Bedeutung sind.

zu 2) Die Kölner REWE-Zentrale rief in Kooperation mit dem Integrationsamt ein Konzept ins Leben, welches jungen Menschen mit Behinderung beim Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt helfen soll. Zur Integration in den ersten Arbeitsmarkt gibt es die Möglichkeit einen Förderlehrgang durchzuführen, wenn zuvor ein zufriedenstellendes Praktikum (Dauer zwischen sechs Wochen und drei Monaten) absolviert wurde. An diesem Projekt, dessen Ziel die Erlangung eines festen Arbeitsplatzes ist, können sowohl geeignete Schülerinnen und Schüler aus Abgangsklassen, sowie Arbeiter aus Werkstätten für behinderte Menschen, teilnehmen.

Erfahrungsberichte zeigen, dass fünf von acht Teilnehmern nach dem Praktikum einen Förderlehrgang mit dem Schwerpunkt Einzelhandel absolvierten; die drei anderen Teilnehmer entschieden sich trotz erfolgreichem Praktikumverlauf dagegen. Die Bewertung fiel überaus positiv aus: alle Praktikanten verfügten über ein hohes Maß an Motivation, Ausdauer, Sorgfalt, Zuverlässigkeit und Sozialverhalten, wodurch gelegentliche Einschränkungen in den Bereichen Arbeitsplanung, Konzentration und Merkfähigkeit kompensiert wurden. Bedenken hinsichtlich mangelnder Auffassungsgabe, Behinderung oder Störung des Tagesablaufs oder Belastung für die Kollegen konnten widerlegt werden.

zu 3) Im letzten Abschnitt des Artikels geht es um 4 Praxisbeispiele

- Christian G. arbeitet in einem Düsseldorfer Supermarkt. Nachdem er ein mehrwöchiges Praktikum erfolgreich absolviert hatte, bot sich die Möglichkeit eines zweijährigen betrieblichen Förderlehrgangs. Nun füllt er Regale auf, zeichnet Waren aus und kümmert sich eigenverantwortlich um die Leergutannahme. Dies erledigt er zur vollen Zufriedenheit des Marktleiters und bietet ihm eine angenehme Alternative zur Arbeit in der Werkstatt für behinderte Menschen.

- Auch Sabrina M. suchte Abwechslung zur Arbeit in der Werkstatt. Nach ihrem Realschulabschluss machte sie zunächst ein Praktikum als Friseurin, doch eine Allergie zwang sie zu einer Ausbildung als Bäckereifachverkäuferin. Hier berät und bedient sie Kunden, lernt Backwaren herzustellen, zu lagern und haltbar zu machen. Einmal wöchentlich besucht sie die Berufsschule.

- Der gehörlose Lars-Sven B. beendete die Realschule für Hörgeschädigte mit dem mittleren Bildungsabschluss. Anschließend absolviert er eine Ausbildung zum technischen Zeichner - er prüft Rohrleitungspläne, passt Veränderungen am Computer an, und besucht die Berufsschule für Hörgeschädigte.

- Christian B. arbeitet im Lager der Firma Brillux. Hier sorgt er für Ordnung in den Regalen und entsorgt Verpackungsfolien und Pappe. Eine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerwirtschaft überforderte jedoch den erst 24-jährigen jungen Mann, so dass ein Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik notwendig wurde. Nun absolviert er eine Qualifizierung anstatt einer Ausbildung, in einem vom Integrationsamt finanzierten Spezialfahrzeug, mit dem er Regale in unterschiedlichen Höhen erreichen kann.

In allen angeführten Praxisbeispielen stehen die Praktikanten/Auszubildenden in ständigem Kontakt zu einem Mitarbeiter des Integrationsfachdienstes des entsprechenden Landkreises. Dieser fungiert als Vermittler zwischen Angestelltem und Ausbilder, erkundigt sich einmal wöchentlich nach Problemen, beantwortet offene Fragen und unterstützt bei wichtigen Gesprächen.

Wo bekommen Sie den Text?

ZB Behinderung & Beruf (ZB online)
https://www.integrationsaemter.de/ZB/258c62/index.html

Weitere Informationen zur Veröffentlichung

Referenznummer:

R/ZS0055/0004

Informationsstand: 03.06.2004