Der Autor beschreibt wie Navigationssysteme blinden Menschen bei der Orientierung helfen. Mit Hilfe von Navigationsgeräten können blinde Menschen sich sogar einigermaßen in Städten zurechtfinden, in denen sie zuvor noch nie waren. Zum Thema GPS-Systeme und andere Navigationstechniken für blinde Menschen trafen sich Ende November 2007 Betroffene, Gerätehersteller und Wissenschaftler zu einer dreitägigen Tagung.
Von blinden Menschen werden derzeit vor allem die Systeme Trekker, Wayfinder Access und die kostenlose Software Loadstone für Nokia-Handys genutzt. Das Trekker-System ist mit mehr als 3. 800 Euro das teuerste der drei Systeme. Die Software läuft auf einem Minicomputer und wird von der Firma Papenmeier vertrieben.
Für Wayfinder Access benötigt der Nutzer lediglich ein Handy mit einem Programm für die Sprachausgabe und ein GPS-Gerät. Die Software Wayfinder Access ist für 400 Euro zu haben, das komplette Software- und Gerätepaket kostet etwa 1.000 Euro. Allerdings entstehen für die Navigation zusätzliche Telekommunikationsgebühren, da das Handy mit dem Internet verbunden sein muss. Für Nokia-Handys, auf denen das Betriebssystem Symbian läuft, gibt es außerdem eine Gratissoftware namens Loadstone, die zusammen mit einem GPS-Gerät zur Navigation verwendet werden kann.
Auf der Tagung wurde übereinstimmend festgestellt, dass es trotz der zahlreichen Möglichkeiten der GPS-Navigation für blinde Menschen noch Dinge gibt, die nicht funktionieren. So kann es passieren, dass die Signale schwanken und sich die Position nur mit einer Genauigkeit von 10 Metern feststellen lässt. Außerdem kann sich das System in einem engen Straßennetz in der Straße irren und die Laufrichtung wird erst nach einigen Schritten erkannt.
Das digitale Kartenmaterial bereitet dagegen größere Schwierigkeiten, da es an die Bedürfnisse von Autofahrern angepasst ist. Für blinde Menschen hingegen wäre es wichtig zu erfahren, ob es auf beiden Seiten einer Straße Bürgersteige gibt, oder wo die nächste Ampel ist und wie viele Spuren eine Straße hat. Auf der Tagung wurde auch kritisiert, dass viele Katasterämter ihre Datenbanken nur für viel Geld herausgeben würden.
Derzeit wird bei Pilotprojekten in Deutschland, Österreich und der Schweiz getestet, wie sich die Navigation für Blinde und Sehbehinderte zukünftig verbessern lässt.