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Dokumentart(en): Zeitschriftenbeitrag
Titel der Veröffentlichung: Das unterschätzte Hilfsmittel

Hebehilfen bieten vielfältige Vorteile - und werden doch - zu - selten eingesetzt

Bibliographische Angaben

Autor/in:

Neumann, Volker

Herausgeber/in:

k. A.

Quelle:

HANDICAP, 2006, 13. Jahrgang (Heft 3), Seite 124-133, München: Belitz & Neumann

Jahr:

2006

Der Text ist von:
Neumann, Volker

Der Text steht in der Zeitschrift:
HANDICAP, 13. Jahrgang (Heft 3), Seite 124-133

Den Text gibt es seit:
2006

Inhaltliche Angaben

Abstract:

Das steht in dem Text:

Hebehilfen sind für behinderte Menschen und die, die sie pflegen eine große Hilfe. Dennoch werden sie in Deutschland nur selten eingesetzt. Autor Volker Neumann stellt die unterschiedlichen Hebesysteme vor und beschreibt ihre Vor- und Nachteile.

Eine Unterversorgung mit entsprechenden Liftersystemen besteht nicht nur im privaten sondern auch im gewerblichen Bereich. Eine entsprechende EU-Richtlinie wird nicht ausreichend überwacht und umgesetzt. Zwar sei es vorgeschrieben, Lifter einzusetzen, doch es gebe fast kein Personal, das Einbau und Einsatz überwachen könne.

Vor allem das Pflegepersonal, hebt täglich Gewichte, die weit oberhalb des industriellen Grenzwerts liegen. Dies hat zur Folge, dass Rückenschäden zur Hauptkrankheitsursache dieser Berufsgruppe gehören.

Anders als in den USA mangelt es in Deutschland nach wie vor an Gesetzen und Richtlinien und somit auch an Kontrollinstanzen. Außerdem können Berufsgenossenschaften lediglich Empfehlungen abgeben, deren Umsetzung im Ermessen der Einrichtungen liegt.

Zwar kostet ein Hebesystem zunächst einmal Geld, doch es bietet auch noch weitere Vorteile. Wird ein Deckenlifter installiert bedeutet dies Platz auf dem Boden, da Toilettenstühle beispielsweise nicht mehr benötigt werden. Auch für die zu transportierenden Menschen ist ein solches System angenehm, da die Transfers viel unbeschwerter ablaufen.

Trotz der zahlreichen positiven Argumente für diese Systeme liegt nach wie vor eine Unterversorgung vor.
Welches System für den jeweiligen Zweck am besten geeignet ist, sollte von einem Fachmann beurteilt werden. Es besteht die Auswahl zwischen mobilen Liftern, Wandliftern, Deckenliftern und Umhänge-Deckenliftern.

Der mobile Lifter ist ein Gestell, das auf Rollen fährt und an den jeweiligen Einsatzort gebracht wird. Bei dieser Variante benötigt man jedoch immer eine Hilfsperson.

Wandlifter sind kranähnliche und schwenkbare Tragearme, die an der Wand montiert werden. Die Montage ist zwar einfach, doch der tragbare Teil des Wandlifters wiegt etwa 20 Kilo und belastet auf Dauer die Gesundheit der Hilfsperson, die diesen an den jeweiligen Einsatzort bringen muss. Insgesamt ist der Wandlifter jedoch eine preisgünstige Lösung.

Beim Deckenlifter wird ein Schienensystem unter der Decke montiert. Um diesen zu bedienen benötigt man eine ausreichende motorische Restfähigkeit. Mit dem Deckenlifter lässt sich fast jeder Punkt der Wohnung erreichen, zur Überwindung von Treppen ist er jedoch ungeeignet.

Auch beim Umhänge-Deckenlifter wird ein Schienensystem installiert. Der Motor wird jedoch an einem Gurt in das System eingehängt. Hierdurch muss nicht die gesamte Wohnung verschient werden, sondern nur die notwendigen Räume.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Wählen kann man hier zwischen Hebebügeln, Hebegurten und Hebetüchern.

Hebebügel vermitteln den Anwendern ein bequemes Gefühl, sind stabil und hygienisch. Nicht geeignet sind sie jedoch für Menschen, die keine ausreichende Körperstabilität haben.

Hebetücher sind praktisch und gut zu verstauen und für Menschen mit einem geschwächten Muskeltonus oder fehlender Nackenkontrolle ohnehin die einzige Möglichkeit gehoben zu werden. Dennoch sind Hebetücher oftmals schwer zu handhaben.

Bei Gurtsystemen besteht eine erhöhte Dekubitusgefahr, da das Gewicht auf eine kleine Fläche verteilt wird. Einen Vorteil bieten die Gurte besonders im Bad, da viele Körperstellen frei bleiben.

Generell sollte die Entscheidung für ein Hebemittel gut überdacht werden. Die Anbieter halten neben Standardprogrammen auch viele Sonderlösungen bereit.

Wo bekommen Sie den Text?

HANDICAP - Das Magazin für Lebensqualität für Menschen mit Behinderungen und ihre Freunde
http://www.handicap.de

Weitere Informationen zur Veröffentlichung

HANDICAP - Das Magazin für Lebensqualität für Menschen mit Behinderungen und ihre Freunde
http://www.handicap.de

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.

Referenznummer:

R/ZS0130/3175

Informationsstand: 22.11.2006