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Dokumentart(en): Zeitschriftenbeitrag
Titel der Veröffentlichung: Krankheit und Behinderung: Das ICF-Modell

Autor/in:

Linden, Michael

Herausgeber/in:

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN)

Quelle:

Der Nervenarzt, 2015, 86(1), Seite 29-35, Heidelberg: Springer, ISSN: 0028-2804, eISSN: 1433-0407

Jahr:

2015

Der Text ist von:
Linden, Michael

Der Text steht in der Zeitschrift:
Der Nervenarzt, 86(1), Seite 29-35

Den Text gibt es seit:
2015

Beschreibung:

Das steht in dem Text:

Eine Diagnose (zum Beispiel nach ICD-10) erlaubt keine Aussage darüber, wie die Schwere der vorliegenden Gesundheitsbeeinträchtigung einzuschätzen ist, welche Therapie angezeigt ist oder welche Folgen die vorliegende Krankheit hat. Dies entscheidet sich über den funktionalen Gesundheitsstatus (zum Beispiel in Anlehnung an die ICF), der über Funktionsstörungen, Fähigkeitsbeeinträchtigungen und Teilhabeeinschränkungen zu beschreiben ist. Ein Krankheitsstatus ist gemäß der Definition im Sozialgesetzbuch IX dann als Behinderung anzusehen, wenn eine chronische Erkrankung vorliegt (> 6 Monate), die zu Teilhabeeinschränkungen führt. Teilhabeeinschränkungen liegen dann vor, wenn die krankheitsbedingt eingeschränkten Fähigkeiten nicht mehr ermöglichen, die vom „Kontext“ geforderten Aktivitäten auszuüben, d. h. Rollenerwartungen zu erfüllen.

Es gibt eine Reihe von Messinstrumenten zur Erfassung von Fähigkeiten. Speziell für psychische Störungen wurde das Mini-ICF-APP entwickelt. Ein Großteil der psychischen Erkrankungen sind Langzeiterkrankungen und gehen mit Teilhabestörungen einher. Sie sind daher als „psychische Behinderungen“ anzusehen und zu behandeln. Dies bedeutet, dass in der Betreuung von Menschen mit psychischen Störungen eine ganzheitliche bzw. sozialpsychiatrische Perspektive einzunehmen ist mit Therapieinterventionen auf der Ebene sowohl von Funktionsstörungen, Fähigkeitsbeeinträchtigungen und Kontextvariablen.

Wo bekommen Sie den Text?

Der Nervenarzt
https://link.springer.com/journal/115

Der Nervenarzt
https://link.springer.com/journal/115

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an eine Bibliothek, die Herausgebenden, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.

Krankheit und Behinderung: Das ICF-Modell

Diagnoses alone, e.g. according to the international classification of diseases 10 (ICD-10), do not give information on the illness severity, treatment needs and consequences. This depends on the functional health status, e.g. according to the international classification of functioning, disability and health (ICF) which discriminates between impairment of functions, limitations in activity and capacity and participation restrictions.

The German social law (SGB IX) defines disability as a chronic health status which lasts longer than 6 months and which results in participation restrictions. Participation restrictions are impaired capacities which not allow context or role requirements to be fulfilled. There are many instruments to measure capacities, such as the Mini-ICF-APP which was especially developed for mental disorders. As most mental disorders are chronic illnesses which lead to participation restrictions they must be conceptualized as mental disabilities. The consequence is that they must be treated under a social psychiatric perspective focussing on functions, capacities and context alike.

Referenznummer:

R/ZA4362

Informationsstand: 03.03.2015