Visuelle Wahrnehmungsstörungen treten häufig als Folge einer neuropsychologischen Schädigung auf, werden jedoch oft nur ungenügend im diagnostischen und therapeutischen Prozess berücksichtigt.
Der vorliegende Band richtet sich daher an Psycholog:innen, Ärzt:innen und Ergotherapeut:innen, die sich über Beeinträchtigungen visueller Fähigkeiten nach Hirnschädigung informieren wollen.
In verständlicher Weise wird eine Übersicht über die verschiedenen Funktionsstörungen gegeben, die durch Fallbeispiele illustriert werden. Neben den basalen Beeinträchtigungen der Sehfunktionen und den Gesichtsfeldeinschränkungen werden vor allem die Einbußen in den höheren visuellen Wahrnehmungsleistungen behandelt, zum Beispiel die Störungen der Objekt-, Raum- oder Bewegungsverarbeitung.
Der Schwerpunkt liegt auf der Darstellung des diagnostischen Prozesses. Um diesen transparent zu machen, werden die Störungen in gängige kognitionspsychologische Theorien eingeordnet und auch vor dem Hintergrund der neurophysiologischen Verschaltungsprinzipien diskutiert.
Den Leserinnen und Lesern wird ein Leitfaden für die Differenzialdiagnose an die Hand gegeben, der durch Entscheidungsbäume unterstützt wird. Als weitere Hilfen enthält der Band Fragebögen zur Anamnese, Materialien zur Verlaufsdokumentation und Informationen zu computergestützten Programmen, die zur Überprüfung von visuellen Teilleistungen eingesetzt werden können.
Für jedes Störungsbild werden des Weiteren die Möglichkeiten zur therapeutischen Intervention vorgestellt. Klinisch tätige Neuropsycholog:innen erhalten eine Übersicht über die Wirksamkeit verschiedener Trainingsmaßnahmen und werden über die Bezugsmöglichkeiten informiert.
[Aus: Verlagsinformation]