Der Artikel stellt die INTEG GmbH aus Bad Driburg im Teutoburger Wald vor. Gegründet auf den Gedanken der Reformpsychiatrie der Siebziger Jahre versuchte sie zunächst psychisch kranke Menschen nach der Akkutphase so schnell wie möglich in das normale Leben zu integrieren. Sie bot diesen Menschen die Möglichkeit wieder am Arbeitsleben teilzuhaben ohne sich der Werkstättengesetzgebung, die sich damals im Entstehen befand anzuschließen.
Heute beruht das Konzept der Werkstatt auf dem konsequent angewandten Gleichheitsprinzip. So unterscheidet sich die INTEG GmbH von anderen Werkstätten durch die Beschäftigung von Menschen mit und ohne Behinderung, die alle gleichberechtigt sind. Zudem ist der Betrieb als normales Unternehmen ohne beschützende Strukturen am Markt tätig und bezahlt seinen Mitarbeitern einen leistungsbezogenen Lohn, von dem sie existieren können.
Die INTEG GmbH verwirklicht mit diesem Konzept, was sich deutlich von den anderen Werkstätten abhebt, seit 36 Jahren das Ideal der Inklusion, indem sie die Inklusion von der offenen Gesellschaft in die Werkstatt verlagert hat. Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten hier auf Augenhöhe. Dieses Gleichheitsprinzip findet sich auch in der organisatorischen Strukturen des Betriebs wieder indem es nur eine Mitarbeitervertretung für alle Beschäftigten gibt und die Arbeits- und Leistungsverhältnisse für alle gleich sind.
Damit der Betrieb trotz der gezahlten Löhne und der Besonderheiten seiner Arbeitsverhältnisse konkurrenzfähig bleibt, bietet er seinen Kunden Lösungen, die ihre Marktposition stärken, so Geschäftsführer Holger Rennemann. Insgesamt fertigt die INTEG GmbH so 15.000 Produkte und erzielte im Jahr 2008 einen Umsatz von 18,6 Millionen Euro.
Nach Meinung des Autors Dieter Basener lassen sich nur wenige Schwachstellen in diesem Vorzeigebetrieb finden. So bemängelt er beispielsweise die geringe soziale Anbindung an den Betrieb oder die Gemeinde sowie den nicht zeitgemäßen Förderbereich. Vorbildlich dagegen sieht er wiederum den Ausbildungsbereich.
Sein Fazit lautet daher: „Hätten sich die Väter der Werkstättengesetzgebung Anfang der Siebziger Jahre die INTEG GmbH zum Vorbild genommen, die Werkstattlandschaft sähe heute anders aus. Weniger pädagogisch vielleicht, aber sehr viel näher am Inklusionsgedanken."