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Dokumentart(en): Zeitschriftenbeitrag
Titel der Veröffentlichung: Angepasste oder angemessene Arbeit als Qualitätskriterium der Rehabilitation?

Bibliographische Angaben

Autor/in:

Grampp, Gerd

Herausgeber/in:

Borgmann, Dieter

Quelle:

praxis ergotherapie, 2006, 19. Jahrgang (Heft 5), Seite 290-296, Dortmund: Verlag modernes lernen, ISSN: 0932-9692

Jahr:

2006

Der Text ist von:
Grampp, Gerd

Der Text steht in der Zeitschrift:
praxis ergotherapie, 19. Jahrgang (Heft 5), Seite 290-296

Den Text gibt es seit:
2006

Inhaltliche Angaben

Abstract:

Das steht in dem Text:

Der Artikel befasst sich mit dem Thema Arbeit als Gegenstand von Therapie und Rehabilitation. Die Leitvorstellung ist es, Arbeitsaufträge der Industrie unter therapeutischen Bedingungen zu bearbeiten, dabei beste Qualität zu garantieren und besser als andere therapeutische Einrichtungen zu sein.

Die Ergotherapie soll durch Maßnahmen, Hilfe und Unterstützung zum vorberuflichen Training und zur Arbeitsförderung, zur Steigerung der Arbeitsfähigkeit beitragen. Durch aufeinander bezogene, einfach strukturierte und standardisierte Arbeitsprozesse soll eine kontinuierliche Leistungssteigerung erzielt werden. Die Arbeitsprozesse werden dabei therapeutisch so eingerichtet, dass sie eigenverantwortlich und selbstständig ausgeführt werden können.

Arbeit als Gegenstand der Rehabilitation unterliegt speziellen Bedingungen. Grundsätzlich orientiert sich die Arbeitsausführung an der Produktivität, die durch Effizienz oder Effektivität bestimmt werden kann.

Die sich an der Produktivität orientierende Arbeitsgestaltung berücksichtigt die Bedingungen der Arbeit sowie die Leistungsfähigkeit der ausführenden Person. Wenn die ausführende Person im Zentrum steht, sollte die Arbeit alle vorhandenen Fertigkeiten aktivieren. Die weiterführend erworbenen Kenntnisse für Aufgaben im Grenzbereich des vorhandenen Wissens führen zu einer Erweiterung der Fähigkeiten. Eine solche Arbeit kann als angemessen bezeichnet werden. Erreicht wird die Angemessenheit durch die Berücksichtigung technischer, betriebswirtschaftlicher und arbeitswissenschaftlicher Gesichtspunkte.

Voraussetzung für angemessene Arbeit ist die bewusste Gestaltung der Arbeitssituation. Notwendige Maßnahmen lassen sich mit dem Begriff Arbeitsstrukturierung zusammenfassen. Dieser umfasst das Organisieren der Arbeit, ihre Situation und ihre Bedingungen. Gruppenarbeit bietet sich hierbei als passende Arbeitsstruktur an. Unterschieden werden zwei Formen, die fremdbestimmte-tayloristische-Gruppenarbeit (TYG) und die selbstbestimmte-teilautonome-Gruppenarbeit (TAG).

Bei der tayloristischen Gruppenarbeit kommen fast alle Vorgaben von außen. Ziele und Abläufe sind von den Fachkräften fremdbestimmt. Die teilautonome Gruppenarbeit ist hingegen ein Instrument welches eine kontinuierliche Verbesserung der Produktivität ermöglicht sowie die Teamfähigkeit verbessert. Problematisch bei dieser Methode ist jedoch, dass sich einzelne Teilnehmer möglicherweise zurückziehen.

Die Einführung der Teamarbeit erfolgt auf freiwilliger Basis. Innerhalb der Gruppen werden Pilotteams gebildet, welche die Arbeitsform erproben, bei erfolgreicher Umsetzung das Interesse anderer Mitarbeiter wecken und Vorbild für eine eventuelle flächendeckende Einführung sind.

Das Arbeitsteam sollte aus maximal acht Personen bestehen, die selbst die Koordination übernehmen. Zu Beginn der Arbeit wird die Steuerungsfunktion allerdings von einer Fachkraft übernommen, die sich dann immer mehr aus den Abläufen zurückzieht.

Die Teamarbeit ist eng mit der Übertragung zusätzlicher Aufgaben an die MitarbeiterInnen verbunden. Aus diesem Grund sollte im Vorfeld eine entsprechende Qualifizierung der Mitarbeiter erfolgen. Der Umfang dieser hängt von der spezifischen Situation ab. Als Vorteile von Teamarbeit lassen sich unter anderem Schnittstellenreduzierung durch Komplettbearbeitung von Aufträgen innerhalb des Teams sowie die Erhöhung der Produktivität nennen.

Das Arbeitspädagogische ArbeitsGestaltungsSystem (AAGS) ist ein Instrument zur Einführung von Teamarbeit. Dieses ist gegliedert in drei Module, das Team-, Arbeitsgestaltungs- und Umfeld-Modul.

In den Murgtal-Werkstätten läuft seit Januar 2006 ein langfristig angelegtes Projekt zur Verwirklichung der Teilhabe am Arbeitsleben. Die behinderten Menschen sollen sich dabei an der Gestaltung der Arbeit beteiligen. Die Teilnehmer sind in fünf Gruppen aufgeteilt, in welchen neue Aufgaben erlernt werden und Arbeitswechsel statt finden. Dies sind Mittel zur Persönlichkeitsentwicklung durch Arbeit. Zu den Aufgaben der Teams gehört auch die Problembewältigung. Hierzu sind zudem soziale Fähigkeiten notwendig.

Die erste Zwischenbilanz zeigt positive Ergebnisse. In der Praxis muss vorallem an der Entwicklung der Teamkultur gearbeitet werden. Hingewiesen wurde auf eine intensive Begleitung von psychisch kranken Menschen. Insgesamt sollte der Schwerpunkt auf die Ausbildung der Teamfähigkeit gelegt werden, da diese wesentlich zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Werkstatt beiträgt. Die Werkstatt muss ihre Arbeit nämlich auch produktiv gestalten.

Wo bekommen Sie den Text?

praxis ergotherapie - Fachzeitschrift für Ergotherapie
https://www.verlag-modernes-lernen.de/zeitschriften/praxis-e...

Weitere Informationen zur Veröffentlichung

praxis ergotherapie - Fachzeitschrift für Ergotherapie
https://www.verlag-modernes-lernen.de/zeitschriften/praxis-e...

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Referenznummer:

R/ZS0139/3333

Informationsstand: 08.01.2007