Die Zunahme chronischer Erkrankungen ist eine Herausforderung, der nur durch engagiertes gesamtgesellschaftliches Handeln begegnet werden kann. Wir, die IG BCE Hessen-Thüringen, der Dachverband der Betriebskrankenkassen, der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte sowie Lilly Deutschland, haben uns unter dem Motto „Initiative zeigen für eine gesunde Arbeitswelt“ 2013 zur Initiative Diabetes@Work zusammengeschlossen. Unser Anliegen ist es, Politik und Öffentlichkeit politischen Handlungsbedarf im Umgang mit chronischen Erkrankungen, speziell dem Diabetes mellitus Typ 2, aufzuzeigen.
In Deutschland leben heute rund sieben Millionen Menschen mit diagnostiziertem Diabetes Typ 2. Durch die steigende Lebenserwartung und Neuerkrankungsrate könnte die Zahl der Diabetesfälle innerhalb der nächsten 20 Jahre auf bis zu 12 Millionen ansteigen. Zudem sind über zwei Millionen Menschen mit Diabetes in Deutschland erwerbstätig. In wenigen Jahren werden bis zu drei Millionen Betroffene in verschiedensten Berufsfeldern beschäftigt sein. Im Zentrum unserer Initiative steht deshalb die folgende Frage: Wie wird die Arbeitswelt zum Ausgangspunkt für Prävention, Früherkennung und die optimale Unterstützung bei Diabetes? Diabetes@Work fokussiert sich dabei auf Menschen mit Diabetes Typ 2 und hebt die Verantwortung im Setting „Arbeitswelt“ hervor, da hier ein Großteil der Bevölkerung erreicht werden kann.
Gemeinsam mit Arbeitnehmern, Fachwelt, Wirtschaft und Politik haben wir in den vergangenen Jahren Best-Practices der betrieblichen Gesundheitsförderung zusammengetragen und Herausforderungen bei der Prävention und Behandlung chronischer Erkrankungen am Arbeitsplatz identifiziert. In den Handlungsfeldern, die wir so definieren konnten, wollen wir die politische Debatte mit konkreten Lösungsvorschlägen unterstützen.
Mit dem vorliegenden Positionspapier wenden wir uns gezielt an bundespolitische Entscheidungsträger. Wir geben Impulse für eine bessere Unterstützung von Menschen mit Diabetes im Arbeitsleben, um ihre Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten und die Zunahme der Volkskrankheit in Deutschland einzudämmen. Mit unserem Positionspapier und unseren weiteren Aktivitäten möchten wir mit Ihnen und allen weiteren Interessierten in den Dialog treten. Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und stehen Ihnen jederzeit für Rückfragen zur Verfügung.
[Aus: Vorwort der Herausgebenden]