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Dokumentart(en): Zeitschriftenbeitrag
Titel der Veröffentlichung: Integrationsfirmen: Förderung zahlt sich aus

Bibliographische Angaben

Autor/in:

k. A.

Herausgeber/in:

Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. (IW)

Quelle:

iwd, 2008, 34. Jahrgang (Nummer 10), Seite 8, Köln: IW Medien, ISSN: 0344-919X

Jahr:

2008

Der Text ist von:
Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. (IW)

Der Text steht in der Zeitschrift:
iwd, 34. Jahrgang (Nummer 10), Seite 8

Den Text gibt es seit:
2008

Inhaltliche Angaben

Beschreibung:

Das steht in dem Text:

Menschen mit Behinderungen wollen ganz normal am Erwerbsleben teilnehmen - finden aber nicht immer einen Job. Integrationsprojekte und -firmen helfen hier: Sie bieten vielen Behinderten einen tariflich bezahlten Arbeitsplatz. Der Service kommt aus einer Hand - Bauhandwerker, Maler und Lackierer, den Mann für alle Fälle für Arbeiten rund ums Haus und sogar eine Arbeitsvermittlung hat die Tübinger Integrationsfirma Integ GmbH im Angebot. Ein ganz normales Unternehmen, könnte man meinen - wäre da nicht ein kleiner Unterschied: Etwa die Hälfte der rund 20 Beschäftigten ist behindert.

Integrationsfirmen, in denen behinderte und nichtbehinderte Menschen zusammen arbeiten, entstanden in den siebziger Jahren, um Beschäftigungs­chancen für psychisch Kranke zu schaffen. Für diese gab es kaum Arbeitsmöglichkeiten. Die ersten Arbeitsplätze entstanden in wohnortnahen Selbsthilfe­initiativen, die hauptsächlich soziale Ziele verfolgten. Beistand leistete dann die Industrie. Die Weinheimer Unternehmensgruppe Freudenberg gründete im Jahr 1984 eine Stiftung, um Projekte zur Arbeitsförderung zu unterstützen. Gründer von Selbsthilfefirmen wurden beraten und erhielten einen finanziellen Anschub. Inzwischen sind diese Unternehmen auf vielen Feldern aktiv (Grafik): Fast jede vierte der bundesweit etwa 600 mit rund 13.000 behinderten Beschäftigten ist für die Industrie tätig, die meisten bieten Dienstleistungen an oder arbeiten im Handwerk.

Die organisatorische Struk­tur der Unternehmen ist unterschiedlich. Neben rechtlich und wirtschaftlich selbstständigen Firmen gibt es Betriebe, die von öffentlichen Arbeitgebern wie etwa dem Paul-Ehrlich-Institut in Langen geführt werden. Um als Integrationsfirma zu gelten, müssen mindestens 25 Prozent der Mitarbeiter Menschen mit schwerer Behinderung sein. Auf dem regulären Arbeitsmarkt stellten Behinderte dagegen zuletzt nur etwas mehr als 4 Prozent aller Beschäftigten. Oftmals bieten Integrationsunternehmen auch Langzeitarbeitslosen wieder eine Brücke in das normale Arbeitsleben.

Die Integrationsfirmen leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass Menschen trotz schwieriger Lebensumstände weitgehend für sich selbst sorgen, statt Transferleistungen zu beziehen. Der Staat unterstützt diese Unternehmen deshalb etwa aus Mitteln der Ausgleichsabgabe, die private und öffentliche Arbeitgeber zahlen müssen, wenn sie nicht die vorgeschriebene Quote an behinderten Menschen beschäftigen.

Im Jahr 2006 wurden 466 Millionen Euro Ausgleichsabgabe gezahlt; davon flossen etwa 47 Millionen Euro an die Integrationsprojekte. Das Geld wird unter anderem dazu benötigt, die Arbeitsplätze behinderungsgerecht auszustatten. Zuwendungen gibt es auch vom Europäischen Sozialfonds, von Stiftungen und aus privaten Quellen. Die Förderung soll aber lediglich Nachteile ausgleichen und keinen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Die Integrationsfirmen unterliegen denselben marktwirtschaftlichen Regeln wie jedes andere Unternehmen auch. Das heißt, jeder Betrieb muss schwarze Zahlen schreiben, um im Wettbewerb bestehen zu können.

Dies scheint auch zu gelingen - denn seit 2002 hat sich die Zahl der Firmen mit integrativem Schwerpunkt verdoppelt. Der durchschnittliche Jahresumsatz pro Betrieb liegt bei etwa 930. 000 Euro. Was davon nach Abzug aller Kosten als Gewinn übrig bleibt, wird in der Regel vollständig in den Betrieb investiert, um neue Arbeitsplätze zu schaffen oder zu sichern beziehungsweise neuen Nachwuchs auszubilden. Im Schnitt beschäftigt jeder Betrieb drei Auszubildende, davon zwei mit Behinderungen.

Wo bekommen Sie den Text?

iwd: Der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft
https://www.iwd.de/

Weitere Informationen zur Veröffentlichung

iwd: Der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft
https://www.iwd.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.

Referenznummer:

R/ZA0074/0003

Informationsstand: 11.02.2009