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Dokumentart(en): Zeitschriftenbeitrag
Titel der Veröffentlichung: Medizinische Hilfsmittel: Der deutsche Markt wächst weiter

Bibliographische Angaben

Autor/in:

k. A.

Herausgeber/in:

Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. (IW)

Quelle:

iwd, 2007, 33. Jahrgang (Nummer 40), Seite 8, Köln: IW Medien, ISSN: 0344-919X

Jahr:

2007

Der Text ist von:
Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. (IW)

Der Text steht in der Zeitschrift:
iwd, 33. Jahrgang (Nummer 40), Seite 8

Den Text gibt es seit:
2007

Inhaltliche Angaben

Beschreibung:

Das steht in dem Text:

Es ist kein Zufall, dass die weltweit größte Messe für Rehabilitation und Pflege Düsseldorf als Standort gewählt hat. Denn nirgends in Europa werden mehr sogenannte Hilfsmittel gekauft als in Deutschland - für 10 Milliarden Euro im Jahr 2006.

Bislang trugen Krankenkassen den Großteil der Kosten für Produkte vom Blindenhund bis zum Duschsitz. Die Betroffenen zahlen jedoch zunehmend selbst.

Senioren, Menschen mit Behinderungen und deren Familien dürften sich für die Messe Rehacare International in Düsseldorf interessieren, die noch bis zum 6. Oktober läuft. Neuerungen auf dem Markt für Hilfsmittel und Pflegeprodukte verfolgen aber auch die Krankenkassen besonders aufmerksam. Denn sie trugen im vergangenen Jahr fast die Hälfte der Kosten für Hilfsmittel in Deutschland, um ihre Versicherten zum Beispiel mit Rollstühlen oder Prothesen zu versorgen. Zuletzt haben die gesetzlichen Krankenkassen hierfür ihre Ausgaben allerdings reduziert (Grafik).

Im Jahr 2005 gaben die Krankenversicherungen rund 4,5 Milliarden Euro für medizinische Hilfsmittel aus. Das ist fast 1 Milliarde Euro weniger als noch 2003.

Ins Gewicht fallen dabei besonders orthopädische Hilfsmittel wie zum Beispiel Einlagen, weil sie relativ vielen Paatienten verschrieben werden. Allein dieser Posten belief sich im Jahr 2006 auf rund 2 Milliarden Euro.

In die Kasse greift die Kasse nur unter bestimmten Bedingungen. Ein Arzt muss das Hilfsmittel verschreiben und deutlich machen, dass es für den Betroffenen therapeutischen Nutzen hat. Die Krankenkassen grenzen Hilfsmittel deshalb deutlich von Gebrauchsgegenständen des täglichen Lebens ab. Für Letztere kommen sie nicht auf. Einen Treppenlift beispielsweise würden sie nicht bewilligen, einen Badewannenlifter dagegen schon. Hilfsmittel, die nicht eindeutig abzugrenzen sind, bezuschussen die Krankenkassen lediglich.

Um Kosten zu sparen, zahlen sie inzwischen für bestimmte Produkte zudem nur noch Pauschalen oder - wie bei Brillen - lediglich in besonderen Fällen. Patienten müssen daher Hilfsmittel zunehmend selbst finanzieren. Mittlerweile schultern sie in Deutschland fast 40 Prozent der Gesamtausgaben - und es dürfte noch mehr werden.

Dies hängt zum Teil mit dem demografischen Wandel zusammen. Denn der wachsende Anteil von Senioren an der Gesamtbevölkerung sorgt für eine größere Nachfrage nach Hilfsmitteln. In der Regel bekommen die Älteren aber keine finanzielle Unterstützung von anderen Kostenträgern. Integrationsämter, Arbeitsagenturen oder Berufsgenossenschaften übernehmen Kosten nur, wenn Rollstühle & Co. sicherstellen, dass jemand trotz Behinderung arbeiten kann.

Die Globalisierung hat inzwischen auch den hiesigen Hilfsmittelmarkt erreicht - billige Importe drängen nach Deutschland. In Sachen Qualität ist das problematisch. Denn die importierten Hilfsmittel unterliegen wie einheimische Produkte keinen einheitlichen Sicherheitsstandards wie dem TÜV. Einige große deutsche Hersteller haben sich aber entschlossen, ein eigenes Qualitätssiegel zu vergeben. Im Jahr 2005 gründeten sie den Qualitätsverbund Hilfsmittel (QVH).

Dennoch ist der Markt unübersichtlich. Die Krankenkassen sind zwar verpflichtet, ein Verzeichnis nachweislich sicherer und wirksamer Produkte zu erstellen. Doch nicht alles, was gut ist, ist auch gelistet. Den Überblick zu verbessern, hat sich REHADAT zum Ziel gesetzt. Das Informationssystem des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zur beruflichen Rehabilitation bietet auf der Website www.rehadat.de eine Datenbank der verfügbaren Hilfsmittel an. Bis zum 6. Oktober ist REHADAT auch auf der Rehacare International in Düsseldorf präsent.

Wo bekommen Sie den Text?

iwd: Der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft
https://www.iwd.de/

Weitere Informationen zur Veröffentlichung

iwd: Der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft
https://www.iwd.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.

Schlagworte:

Referenznummer:

R/ZA0074/0005

Informationsstand: 11.02.2009